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Prozess gegen zwei Männer in Graz: 18 Jahre alter Fall

Im Grazer Straflandesgericht hat am Montag ein Prozess gegen zwei Slowaken begonnen. Den beiden Männern wird vorgeworfen, mit zwei weiteren Personen vor 18 Jahren an einem Mordkomplott gegen einen Italiener beteiligt gewesen zu sein. Ein 56-Jähriger soll die Tat geplant haben, ein 55-Jähriger sie zusammen mit einem Komplizen ausgeführt haben.

Das Verbrechen schien lange Zeit unaufgeklärt zu bleiben. Im Juli 2001 hatte ein Radfahrer in der Nähe der Autobahnabfahrt Sinabelkirchen (Bezirk Weiz) die Leiche eines Italieners entdeckt. Der Mann war von hinten erstochen und erschossen worden. Lange Zeit gab es weder ein Motiv noch einen Täter, doch dann kam Licht in die Sache.

Nach Meinung der Anklagebehörde hat es sich um ein Komplott von vier Personen aus der Slowakei gehandelt. Drahtzieherin soll eine Frau gewesen sein. Sie war mit dem Italiener zusammen und soll ihn finanziell ausgenützt haben. Er schloss auf ihr Drängen eine Lebensversicherung zugunsten ihrer Tochter ab, außerdem gab der Mann ihr Geld für eine Wohnung. Als sie ihn dann in diese Wohnung nicht einziehen lassen wollte, reichte es ihm, und er drohte mit einer Betrugsanzeige. Damit dürfte sein Schicksal besiegelt gewesen sein, denn vermutlich hat die Frau bald darauf den Mord in Auftrag gegeben. Einer soll die Tat genau geplant haben, zwei führten sie aus, die Frau fuhr genau zu dieser Zeit nach Mexiko, um jeden Verdacht von sich abzulenken.

Die Frau und der zweite mutmaßliche direkte Täter sind in der Slowakei. Auf sie hat das Grazer Gericht derzeit keinen Zugriff.

Die Geschichte begann 1999, als sich ein Italiener in eine Slowakin verliebte. Die Frau war allerdings laut Ankläger weniger an einer echten Liebesbeziehung interessiert, sondern "nahm ihn aus wie eine Weihnachtsgans", führte Staatsanwalt Daniel Weinberger aus. Der verliebte Mann zahlte und zahlte, obwohl er bald kein Geld mehr hatte und seine Verwandten um Geld bitten musste.

Doch die Frau, so die Staatsanwaltschaft, verlangte immer mehr, und er schloss schließlich eine Lebensversicherung zugunsten ihrer Tochter ab und finanzierte auch noch eine Wohnung. Dort durfte er nicht einziehen, und irgendwann reichte es ihm. Er drohte mit einer Betrugsanzeige, was sein Todesurteil gewesen sein dürfte.

Ein Bekannter der Frau soll den Plan entwickelt haben, den Italiener in die Steiermark zu locken. Dort warteten zwei weitere Komplizen, fuhren mit ihm auf einen abgelegenen Weg und sollen ihn dort ermordet haben - mit Stichen in den Rücken und Schüssen von hinten. Die Leiche wurde gefunden, doch es gab keine verwertbare Spuren und keinerlei Tatmotiv, also ruhte der Fall.

2015 meldeten sich zwei Zeugen in der Slowakei, die etwas über die Tat wussten, und so wurden die Ermittlungen wieder aufgenommen. Angeklagt wurden in Graz schließlich alle vier Personen, doch zur Verhandlung erschienen nur zwei.

Die Frau - laut Staatsanwalt die "Auftraggeberin des Mordes" - besitzt in der Slowakei mittlerweile eine Schönheitsklinik. Einer der beiden direkten Täter ist ebenfalls dort, beide wurden zur Auslieferung beantragt: "Seit zwei Jahren sind sie zur Verhaftung ausgeschrieben, uns wurde mitgeteilt, dass es in nächster Zeit keine Entscheidung geben wird", berichtete Richterin Michaela Lapanje.

Also wird in den nächsten Tagen gegen jenen Mann, der den Plan ausgearbeitet und die Waffe zur Verfügung gestellt haben soll, verhandelt. Er wurde vom Ankläger als hochintelligent beschrieben. Zur Absicherung hatten die vier Komplizen damals ein Video aufgenommen, in dem der Plan besprochen wurde. Jeder bekam eine Kopie, was sicherstellen sollte, dass nie einer reden würde. Doch die Frau zahlte die Männer nicht wie verabredet aus, also drang irgendwann doch etwas nach außen. Der zweite erschienene Angeklagte soll einer der direkten Täter gewesen sein.

(APA)

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