Protestwoche gegen Kredite für AKW Mochovce vor Erste Bank-Zentrale

Gegen die Beteiligung der Ersten Bank-Sparkassen Gruppe an der Kreditvergabe für den Ausbau des slowakischen Atomkraftwerks Mochovce protestieren diese Woche Anti-Atom-Aktivisten in Wien und Linz.

Vor der Zentrale am Wiener Graben wird vom heutigen Montag bis Freitag, den 15. Februar, jeweils zwischen 10.00 und 12.00 Uhr Informationsmaterial verteilt, vor der Sparkasse in der Linzer Landstraße am Montag und Dienstag zwischen 14.00 und 16.00 Uhr. Weitere Termine werden laut Aussendung des Vereins Antiatom Szene vom Montag kurzfristig im Internet bekanntgegeben.

“Es ist ein Skandal, dass die Erste, welche mittlerweile ausführlich informiert ist und das volle Gefahrenausmaß des Mochovce-Projektes kennt, noch immer keine Konsequenzen in Richtung Ausstieg aus der Atom-Kreditvergabe gezogen hat”, erklärte die Obfrau des Vereins, Elvira Pöschko, laut Aussendung. “Daher sehen wir es als unsere Pflicht die Kundinnen und Kunden der Ersten Bank-Sparkassen Gruppe vor den Bankfilialen auf diese Ignoranz aufmerksam zu machen.” Ziel der Aktionen sei, dass die Erste Bank “dem Beispiel der niederländischen ING-Bank rasch folgt und sich aus der Atom-Kreditvergabe zurückzieht und auch künftig Atomfinanzierungen eine Absage erteilt.”

Grund der Aufregung ist ein Kredit in Höhe von 800 Millionen Euro, den ein Konsortium verschiedener europäischer Banken an den slowakischen Kraftwerksbetreiber Slovenske Elektrarne (SE) vergibt – darunter die zu hundert Prozent im Eigentum der Ersten Bank stehende Slovenska Sporitelna. Zu den Projekten der slowakischen SE gehört auch der Ausbau des nur 150 Kilometer von Wien entfernte Kernreaktors Mochovce, warnen Kritiker. Eine solche Mitfinanzierung untergräbt den Grünen zufolge “die Glaubwürdigkeit der österreichischen Anti-Atompolitik”. Laut dem Verein Antiatom Szene handelt es sich um das “wohl gefährlichste Atomprojekt dieser Zeit”.

Das AKW Mochovce gilt Atomgegnern als Hochrisiko-Meiler, da er westlichen Sicherheitsstandards nicht entspricht. Er ist beispielsweise nicht von einer Schutzhülle (Containment) umgeben, während in Frankreich oder Finnland zwei Hüllen Standard sind. Die Reaktorblöcke 3 und 4 des AKW sollen durch ausländisches Kapital fertiggestellt werden. Mit der Vorbereitung des Baus will der Mehrheitseigentümer, die italienische Enel, schon heuer beginnen.

www.antiatomszene.info

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