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Pro und Contra zu Aktionen der "Klimakleber" in Wien

Die Aktionen der Klima-Aktivisten sorgten in den letzten Wochen für reichlich Furore.
Die Aktionen der Klima-Aktivisten sorgten in den letzten Wochen für reichlich Furore. ©APA/FLORIAN WIESER (Symbolbild)
Die Diskussion über die neuesten Aktionen der Klima-Aktivisten auf Wiens Straßen hat auch die Vienna.at-Redaktion erfasst. Wie stehen Sie zu dem Thema? Sind Sie für oder gegen die Proteste der "Klimakleber"?
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Pro

Die sogenannten „Klimakleber“ sorgen derzeit in Wien und auch in anderen Bundesländern für erhitzte Gemüter. Staus und Verkehrsbehinderungen lassen bei vielen Autofahrern regelrechte Wut aufkommen. Doch haben die Klimaaktivisten der „Letzten Generation“ nicht einen guten Grund für ihre Verzweiflung?

Der Klimawandel stellt hier das eigentliche Problem dar, welches schnellstmöglich angegangen werden muss. Sind doch die „Klimakleber“ vor allem junge Menschen, deren Zukunft von unserem jetzigen Handeln abhängt. Für diese Generation überragt die Klimakrise als Problem alles andere, da sie für uns alle eine Bedrohung darstellt.

© APA/FLORIAN WIESER

Die Folgen des Klimawandels lassen sich längst nicht mehr leugnen, Gletscher schmelzen in der Arktis, es gibt Rekord-Temperaturen, Dürre und Überschwemmungen drohen. Die Klimaaktivisten setzen sich dafür ein, dass Maßnahmen gegen die enormen Auswirkungen des Klimawandels ergriffen werden, und auch unsere Nachfahren noch auf dieser Erde leben können. Und sie bekommen auch reichlich Unterstützung: Die Aktivisten bekommen sehr viel Budget von privaten Spendern  (Vienna.at berichtete).

Die Klimakleber haben somit eine Sache erreicht: So gut wie jede Woche wird über ihre Aktionen in den Medien berichtet und über den Klimawandel diskutiert. Ohne diese Schritte würde das Bewusstsein der Bevölkerung für die direkten Auswirkungen der Klimakrise womöglich wieder etwas in den Hintergrund geraten. Hätten ihre Aktivitäten keine Wirkung auf die Menschen, würde wohl auch niemand ausführlich darüber berichten.

(jul)

Contra

Das Festkleben an und Überschütten von Gemälden und die Straßenblockaden der Klima-Aktivisten erzeugt Aufmerksamkeit. Doch ist es die Aufmerksamkeit, die dem Klima-Aktivismus mehr hilft als schadet? Von Klima-Aktivisten kommt oft das Argument, dass man Zivilbevölkerung und Politik aufrütteln möchte. Aufgerüttelt und verärgert sind diese bestimmt, aber ob sie sich dann mehr für den Kampf gegen den Klimawandel einsetzen bleibt fraglich.

Laut einer Unique Research-Umfrage vom November 2022 lehnt die Mehrheit der Österreicher die Straßenblockaden der „Letzten Generation“ ab. Auch die Politik scheint die Aktionen mehr zu ignorieren oder zu umgehen, als sich auf Grund der Aktionen schneller um die Umsetzung von Klimamaßnahmen zu kümmern: So dachte die NÖ Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) unlängst härtere Strafen für Klima-Blockaden an (Vienna.at berichtete).

©APA/FLORIAN WIESER

„Uns bleiben nur noch zwei bis drei Jahre“, wird Martha Krumpöck, Mitglied der „Letzten Generation“, im „profil“ zitiert. Die Politik scheint bisher trotz der Aktionen nicht schneller auf die Forderungen der „Klimakleber“ zu reagieren. Zudem lauten die Forderungen der „Letzten Generation“ auf ihrer Homepage: Keine neuen Bohrungen nach Öl und Gas und Tempolimits auf Österreichs Straßen – ob die Umsetzung dieser beiden Forderungen alleine das Klima rettet – eher unwahrscheinlich.

Zudem werden die Klebe-Aktionen innerhalb der Klimabewegung nicht einheitlich befürwortet. So zitiert „profil“ die 21-jährige Klima-Aktivistin Lena Schilling in einer Reportage vom 8. November: „Diese Aktionsform ist taktisch nicht sinnvoll, weil sie Menschen trifft, die keine Entscheidungsmacht haben. Es wird nicht übers Klima, sondern nur über die Blockade diskutiert. “

Quelle: profil

(cor)

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