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Pro und Contra: Ist der Opernball noch zeitgemäß?

Ist der Opernball noch zeitgemäß?
Ist der Opernball noch zeitgemäß? ©APA/GEORG HOCHMUTH
Am 20. Februar findet der Wiener Opernball statt. Während sich die Reichen und Schönen in Schale werfen, verbleiben die Normalsterblichen vor dem Fernseher. Es stellt sich die Frage- ist der Wiener Opernball überhaupt noch zeitgemäß?

PRO

In Schale werfen, auf dem roten Teppich einziehen, eine perfekt einstudierte Eröffnung bewundern und in der Wiener Oper das Tanzbein schwingen. Der Ballabend im Februar bleibt zwar nur rund 5.000 Personen vorbehalten, die restlichen Interessierten können das Spektakel jedoch vor dem Fernseher mitverfolgen – und das sind immerhin rund 2,5 Millionen Menschen. Die Zahl spricht hier bereits für sich, es gibt immer noch genügend Menschen, die sich für den Opernball interessieren und genügend die daran teilnehmen.

Doch nicht nur die Nachfrage spricht für den Bestand des Opernballs. Die Tradition des Wiener Opernballs geht bereits in die Jahre 1814/1815 zurück, auch wenn der erste "Wiener Opernball" dann "erst" 1935 über die Bühne ging. Der Opernball in Wien blickt somit auf eine lange Tradition zurück. Gerade in einer schnelllebigen Zeit mit vielen Veränderungen, ist es schön, wenn manche Dinge Bestand haben, wie etwa der feine Wiener Opernball.

Was wohl eine ebenfalls lange Tradition hat: Das Zusehen, die Gespräche über den Ball, das Interesse/Desinteresse an Richard Lugners Opernballgast, das Bewundern der schönsten Kleider, das Verwundern über manchen "Ausrutscher" und der Einblick in die Welt der "Reichen und Schönen" - was nicht automatisch etwas Schlechtes bedeuten muss. Egal ob vor Ort, vor dem Fernseher oder ganz woanders, man sollte den Abend dort genießen, wo man ist.

(lyd)

CONTRA

Haben Sie einmal 315 Euro übrig? So viel kostet nämlich eine normale Eintrittskarte für den Wiener Opernball. Eine Loge, so wie die, in der auch Richard Lugner und seine Gäste feiern werden, gibt es zwischen 13.000 Euro und 23.000 Euro. Und wen es nach ein Paar Würstel mit Senf und Kren gelüstet, muss wieder über zehn Euro ausgeben. Wer den Opernball besuchen will, muss nicht unbedingt reich und schön sein - reich alleine reicht schon aus.

Die Gästeliste des Wiener Opernballs ist trotz horrender Eintrittspreise lang. Schauspielerinnen tanzen neben Politikern, Unternehmer neben Millionärs-Witwen. Von Ex-FIFA-Chef Sepp Blatter bis hin zu Diktatorensohn Saif al-Islam al-Gaddafi - spätestens wenn "Alles Walzer!" gerufen wird, drehen sich Geübte brav gegen den Uhrzeigersinn. Wobei man nicht glauben soll, dass es beim fröhlichen Tanzen bleibt. Der Opernball ist eine Netzwerk-Veranstaltung, bei der man sich austauscht und kennen lernt. Wo einflussreiche Menschen andere einflussreiche Menschen treffen. Wo wohl mehr Politik gemacht, als das Tanzbein geschwungen wird. Und zwar alles, unter Ausschluss der "normalen" Bevölkerung.

Auch wenn der Opernball in den letzten Jahren weltoffener geworden ist - dieses Jahr tanz etwa das erste gleichgeschlechtliche Debütantinnenpaar - der Großteil der Besucher sind weiter ewiggestrig. Wie etwa ein gewisser Baulöwe, der Jahr für Jahr Unsummen ausgibt, nur um am Opernball für ein Blitzlichtgewitter der Fotografen zu sorgen.

(obl)

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