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Post-Gewerkschaft lehnt Kündigungen ab - Streik droht

Gewerkschaftschef Fritz schloss auch Protestmaßnahmen nicht aus. Dem Vorstand wurde ein Forderungspaket übergeben.

Die ersten Gespräche über einer Mitarbeiterabbau bei der Post haben vorerst keine Annäherung gebracht. Post-Gewerkschaftschef Gerhard Fritz hat Kündigungen in Folge der dramatischen Einbußen im Paket-Bereich am Freitag neuerlich strikt abgelehnt, ebenso wie eine Versetzung von Mitarbeitern ins Jobcenter der Post.

Überzählige Mitarbeiter im Paket- und Logistik-Bereich sollten in den Brief-Bereich versetzt werden. Sollte es dabei zu Einkommensverlusten kommen, verlangt die Gewerkschaft Entschädigungszahlungen. Außerdem solle das Management Maßnahmen setzen, um mit zusätzlichen Geschäftspaketen den Wechsel der Versandhändler zur Konkurrenz zu kompensieren, verlangte Fritz in einem Gespräch mit der APA. Ein entsprechendes Forderungspaket hat die Belegschaftsvertretung am Donnerstag bereits dem Vorstand übergeben.

Sollte es bis Mitte Dezember zu keiner Einigung kommen, schließt der Gewerkschaftschef Protestmaßnahmen nicht aus. “Ob wir Maßnahmen setzen werden und wenn ja welche, wird davon abhängen, welche Flexibilität das Management an den Tag legt”, so Fritz. Die ersten Gespräche hätten “in guter Atmosphäre” stattgefunden. Noch sei jedoch “komplett unklar, was das Management tun will”. Die Unternehmensführung sei jetzt “gefordert, ihre Vorstellungen auf den Tisch zu legen”.

Der Betriebsrat des Paket-Verteilzentrums Linz hatte am Donnerstag bereits mit Streik gedroht, nachdem eine Zeitung von Plänen zur Auflösung des Standortes berichtet hatte. Die Post hat das mittlerweile dementiert. Auch Fritz sagte, es sei mittlerweile “klar, dass Linz nicht geschlossen wird”. Die Reaktion des oberösterreichischen Betriebsrats sei aber “vollkommen verständlich” gewesen. Das Management müsse “raschest Klarheit über seine Vorstellungen schaffen”. Es könne “nicht sein, dass die Mitarbeiter noch weitere drei, vier Wochen verunsichert sind” und auch “der Kapitalmarkt werde wohl weitere Verzögerungen nicht akzeptieren”, meint der Gewerkschafter.

Die Belegschaftsvertretung hat nun eine Arbeitsgruppe mit Arbeits- und Dienstrechtsexperten, Paketleuten und zwölf Bundesländervertretern eingerichtet. Sie soll am Montag die Gespräche mit dem Management fortsetzen.

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