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Positiver Umsatz im Schloss Schönbrunn: Millionen-Rückstellungen nötig

Schloss Schönbrunn: Millionen-Rückstellungen wegen Schloss Hof nötig
Schloss Schönbrunn: Millionen-Rückstellungen wegen Schloss Hof nötig ©APA
Eigentlich kann sich das Schloss Schönbrunn über eine positive Bilanz freuen. Trotzdem wurde ein Minus verzeichnet.

Rekordwerte bei Besuchern, Umsatz und Bauvolumen: Eigentlich könnten die Schönbrunn-Chefs mit der Schloss-Bilanz 2012 vollends zufrieden sein – wäre da nicht eine Kennzahl. Vor dem EGT findet sich diesmal nämlich ein fettes Minus. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit stürzte von plus 6,2 Mio. auf einen Negativwert von 11,8 Mio. Euro ab. Der Grund: Durch die per Ende des Vorjahres erfolgte Eingliederung der defizitären Marchfeldschlösser war die Schloss Schönbrunn Kultur- und Betriebsgesellschaft (SKB) zu Rückstellungen von insgesamt 19 Mio. Euro gezwungen.

Millionen-Rückstellungen wegen Schloss Hof nötig

Die Rückstellungen seien “aus Gründen der kaufmännischen Vorsicht” gebildet worden, erklärte SKB-Geschäftsführer Franz Sattlecker am Dienstag in einer Pressekonferenz. Konkret hat man die betreffende Summe gewissermaßen beiseitegelegt, um die Finanzierung der niederösterreichischen Marchfeldschlösser – vor allem Schloss Hof – auf 30 Jahre sicherzustellen.

Laut SKB-Prokurist Alexander Keil benötigt Schloss Hof rund 2 Mio. Euro jährlich an Zuschüssen. Das ergäbe für die nächsten drei Dekaden 60 Mio. Euro. Hier müsse man aber noch Synergien bzw. Ersparnisse bei der Gruppenbesteuerung und beim an den Bund abzuführenden Fruchtgenuss gegenrechnen, womit man schließlich auf die 19 Mio. Euro komme. Damit sei die Eigenkapitalquote der SKB von 50 auf 20 Prozent gefallen, so Keil.

Sparparket in Wien

Das Negativ-EGT sei aber lediglich ein “Einmaleffekt” in der Bilanz. Bereits im heurigen Jahr erwarten die Schlossherren erneut ein positives Ergebnis. Im Zuge des Sparpakets im Bund wurde die Marchfeldschlösser Revitalisierungs- und Betriebsgesellschaft, zu der die Schlösser Hof und Niederweiden gehören, per Ende Dezember in die SKB eingegliedert. Sattlecker sieht durchaus Potenzial, die Besucherzahl zu erhöhen und somit Zuschüsse zu verringern. Sein Handlungsspielraum ist allerdings begrenzt, da die Marchfeldschlösser als selbstständige Tochtergesellschaft mit eigener Geschäftsführung betrieben werden.

Was die SKB anbelangt, zeigte sich Sattlecker insgesamt sehr zufrieden mit der Bilanz 2012. Die Besucherzahlen in Schönbrunn allein sind im Vorjahr von 2,66 auf 2,82 Mio. gestiegen. Leichte Zuwächse gab es auch im Hofmobiliendepot und den Hofburg-Schauräumen, die ebenfalls von der SKB betrieben werden. Insgesamt zählte man somit 3,51 Mio. Eintritte. 41,2 Mio. Euro wurden umgesetzt (2011: 37,9 Mio.), das operative Plus belief sich auf den Rekordwert von 23,6 Mio. Euro (2011: 19,32 Mio.). Davon flossen rund 8 Mio. Euro an Fruchtgenuss und Steuern an den Bund weiter. 16 Mio. Euro wurden in Bauvorhaben investiert.

 Trotzdem Optimismus

Für das laufende Jahr versprühte man heute Optimismus. So verzeichnete man im ersten Halbjahr 2013 ein Gästeplus von 1 Prozent auf nun 1,17 Mio. Menschen. Hofburg und Hofmobiliendepot ziehen ebenfalls mehr Interessierte an als zwischen Jänner und Juni 2012. Renovierungstechnisch stehen heuer u.a. die Chinesischen Rund- und Ovalkabinette, das Porzellan- und Millionenzimmer oder das Große Rosa Zimmer auf der To-do-Liste. In der Hofburg wird ab Herbst der Eingangsbereich nahe der Michaelerkuppel neugestaltet. Dafür werden zwischenzeitlich Container-Kassen errichtet, der Ausstellungsbetrieb soll aber nicht beeinträchtigt werden.

(Red./APA)

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