Polen will Fußfesseln zur Überwachung von Stadionverboten

Im Kampf gegen gewaltbereite Fußball-Fans setzt Polen auch auf Fußfesseln. "Es kann nicht sein, dass ein normaler Fan Angst hat, zu einem Fußballspiel zu gehen", sagte Justizminister Krzysztof Kwiatkowski am Montag in Warschau.

Sein Ressort will nun mit Hilfe elektronischer Überwachung verhindern, dass mit Stadionverbot belegte Fans doch zu einem Spiel kommen.

Ein Verstoß gegen die Auflagen könne mit bis zu zwei Jahren Haft bestraft werden, erklärte der Justizminister. Das Parlament solle das neue Gesetz noch vor der Sommerpause beschließen. Die Vorschriften würden dann mit Jahresbeginn 2012 in Kraft treten – ein halbes Jahr vor dem Beginn der Europameisterschaft in Polen und der Ukraine.

Am Rande einiger Sportveranstaltungen kam es in der Vergangenheit in Polen immer wieder zu Krawallen. Bei Schlägereien zwischen Anhängern verfeindeter Vereine gab es heuer bereits Todesopfer. Um das Gewaltproblem in den Griff zu bekommen, plant Polens Regierung für die EM 2012 Schnellverfahren gegen Fans. Sie sollen sofort nach einer Straftat verurteilt werden. Dafür soll es in den EM-Stadien spezielle Räume geben, der Richter soll das Urteil per Videoschaltung sprechen.

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