Pink Panther-Prozess in Wien: Schuldsprüche für alle Angeklagten

Beim Prozess in Wien
Beim Prozess in Wien ©APA
Der Prozess gegen die mutmaßlichen Angehörigen der Juwelier-Räuber-Band Pink Panther ist am Freitagabend in Wien zu Ende gegangen. Über sieben der acht Angeklagten wurden langjährige Freiheitsstrafen - sechs bis 12,5 Jahre - verhängt. Erschwerend wurde die Brutalität der Coups bewertet.
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Die Angeklagten haben als Mitglieder der kriminellen Vereinigung Pink Panther fünf Juweliere in Wien und Salzburg überfallen. Ein Beschuldigter, der als Fahrer agierte, wurde lediglich wegen Begünstigung zu acht Monaten, bedingt auf drei Jahre verurteilt. Die Strafen sind vorerst nicht rechtskräftig.

Brutalität bei Überfällen beim Prozess gezeigt

“Es gibt keinen Zweifel, dass die Delikte unter dem Faktum einer kriminellen Vereinigung ausgeführt wurden”, sagte Richterin Andrea Philipp. In den Videos der Überwachungskameras sei gut zu sehen gewesen, mit welcher Brutalität dabei vorgegangen worden war. Die Strafabstufung erfolgte dabei nach der Beteiligung an den verschiedenen Straftaten.

Mit 12,5 Jahren bekam der Zweitangeklagte (36) die höchste Freiheitsstrafe. Er hatte im Oktober 2012 bei einem Überfall auf einen Juwelier in Wien-Hernals ohne Vorwarnung mit einer Axt auf einen Angestellten eingeschlagen. Dieser erlitt eine Schädelfraktur und leidet nach Aussage seines ehemaligen Chefs noch so sehr an den Folgen, dass er nicht arbeiten kann und Psychotherapie in Anspruch nimmt.

Kopf der Pink Panther-Bande: “Extrem hohe kriminelle Energie”

Mit zwölf Jahren blieb der Schöffensenat beim 26-Jährigen Erstangeklagten nur knapp unter jener seines Komplizen. “Dies ist aufgrund seiner extrem hohen kriminellen Energie angemessen”, so die Richterin. Er habe die Taten hauptsächlich geplant, organisiert und die Waffen besorgt. Die übrigen Angeklagten hätten zwar teilweise die Verantwortung für ihre Taten übernommen, “aber ein wirklich reumütiges Geständnis ist mir nicht aufgefallen”.

Staatsanwalt Markus Berghammer hatte ausgeführt, dass die acht Beschuldigten zur unteren Hierarchieebene der kriminellen Vereinigung gehören, die ihren Sitz in Belgrad hat. Die mittlerweile berüchtigten Pink Panther hecken von dort aus Juwelier-Überfälle in ganz Europa aus.

So fasste man die Täter

Das Lokal “Dukat” soll dabei als Drehscheibe fungieren, wo die jeweilige Beute landet und weiterverkauft wird sowie die angeheuerten Täter entlohnt werden. Einer der unmittelbaren Täter hatte auf der Flucht festgenommen werden können. Er hatte einen Teil der Beute bei sich, vor allem aber ein Mobiltelefon, über dessen Auswertung die Polizei auf die Komplizen des Mannes kam.

Die Serben nahmen ihre Strafen teilweise an, erbaten Bedenkzeit oder meldeten Nichtigkeit und Berufung an. Da der Staatsanwalt keine Erklärung abgab, sind die Urteile gegen die Pink Panther-Mitglieder vorerst nicht rechtskräftig.

(apa/red)

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