Philippinische Arbeiterinnen fliehen aus Syrien

Nach einer wochenlangen Zitterpartie sind mehr als 260 philippinische Arbeiterinnen den blutigen Kriegswirren in Syrien entronnen. Sie kamen am Dienstag mit Hilfe ihrer Regierung in ihre Heimat zurück, nachdem die meisten von ihnen mehrere Wochen in der philippinischen Botschaft in Damaskus festgesessen waren.


Sie seien froh, nun in Sicherheit zu sein, sagten die Frauen. Einige nannten sich “Syrien-Überlebende”. Nachdem sie ihre Jobs in Syrien verloren haben, sorgen sich die Frauen nun allerdings um ihre Zukunft. Seit Beginn des Syrienkonflikts im März 2011 seien mehr als 2.400 philippinische Arbeiter aus Syrien heimgekehrt, teilte die Regierung mit. Mit 263 Frauen sei die Gruppe vom Dienstag die bisher größte.

Rückkehrerin Jelly Macaraig erzählte, dass sie in Aleppo für eine syrisch-deutsche Familie gearbeitet habe. Nachdem diese Mitte Juli das Land verlassen hatte und nach Deutschland geflohen war, sollte sie auf das Haus aufpassen. “Ich habe entschieden, zu gehen, als ich Leute sagen hörte, dass Aleppo zum Inferno werden würde, weil die Rebellen alles verbrennen”, sagte die 48-Jährige. Auf dem Weg zur Botschaft habe sie Leichenhaufen gesehen, brennende Häuser und Busse. “Das war sehr traumatisierend, aber ich muss Arbeit finden, denn meine Familie ist auf mich angewiesen.”

Rund zehn Millionen Philippiner leben und arbeiten im Ausland und halten ihre Familien zu Hause mit ihren Löhnen über Wasser. Die Überweisungen machen etwa 10 Prozent der Wirtschaft des Landes aus. Allein im vergangenen Jahr schickten Philippiner umgerechnet knapp 17,5 Milliarden Euro in die Heimat.

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