Philippinen: Blutiges Kreuzigungsritual

In der Hauptstadt Manila ließen sich 13 Menschen mehr als zwölf Zentimeter lange Zimmermannsnägel durch die Handflächen treiben, wie philippinische Medien meldeten.

Anschließend wurden die Kreuze für fünf Minuten unter sengender Sonne aufgerichtet. Die Teilnehmer wollten damit an die Leiden Christi erinnern und um göttliche Gnade bitten.

Ruben Enaje (43) erhofft sich von der Kreuzigung Genesung für seine Frau. „Ich mache das noch zwei Jahre“, sagte der Zimmermann. „Meine Frau ist im vorigen Jahr krank geworden, und sie bat mich, das Opfer für ihre Gesundheit zu erbringen.“

Die Gläubigen hatten zuvor die schweren Holzkreuze eigenhändig auf einen Hügel geschleppt. Ihnen folgten mehrere hundert Büßer, die sich mit Bambusstöcken und Peitschen den Rücken selber blutig schlugen, um damit um Vergebung für ihre Sünden zu bitten. Die Philippinos sind das einzig vorwiegend katholische Land Asiens.

Die katholische Kirche des Inselstaats lehnt das Ritual ab, da es eine „Fehlinterpretation“ des christlichen Glaubens sei. Die Organisatoren sprechen hingegen von einer Nachstellung des Leidens Jesu Christi.

Das Ritual lockt jedes Jahr tausende Zuschauer und Touristen in das kleine Bauerndorf in der Provinz Pampanga. Ausländer dürfen sich seit 1997 nicht mehr ans Kreuz schlagen lassen. Im Jahr davor hatte sich ein Japaner bei seiner eigenen Kreuzigung filmen lassen, um die Szene in einem Pornostreifen zu verwenden.

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