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Pferdefleisch-Skandal erreicht Österreich: Bei Lidl läuft Rückholaktion

Nach dem Fund von Pferdefleisch in dem Produkt "Tortelloni Rindfleisch" eines deutschen Herstellers, das von der Supermarkt-Kette Lidl verkauft wird, hat der Diskonter eine Rückholaktion gestartet. Die heimische Bio-Branche rechnet indes mit einem Absatzplus.
"Würde mich auch betrogen fühlen"
Pferdefleisch in Tortelloni gefunden
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“Das Produkt wird gerade aus dem Verkehr gezogen”, sagte ein Sprecher des Unternehmens Freitagnachmittag.

Wie hoch der Pferdefleisch-Anteil in der als Rindfleisch gekennzeichneten Füllung ist, wird von der AGES noch untersucht. Mit dem diesbezüglichen Ergebnis sei vermutlich am Montag zu rechnen, sagte ein Sprecher der Agentur.

Pferdefleisch: Untersuchungen laufen

In deren Wiener Labor würden derzeit rund zehn weitere Proben untersucht, die ihm Rahmen der Schwerpunktaktion betreffend Rindfleisch-Fertiggerichte und allenfalls enthaltenem nicht deklariertem Pferdefleisch. Weitere Proben würden in den kommenden Tagen eintreffen.

Lidl ist nach Angaben des Gesundheitsministeriums zur Rückholaktion verpflichtet.

Grüne raten von Fertigprodukten ab

Verunsicherten Konsumenten rät der Landwirtschaftssprecher der Grünen, Wolfgang Pirklhuber, indes: “Kaufen sie möglichst Produkte, die wenig verarbeitetet wurden, am besten aus der Region und biologisch erzeugt. Je stärker ein Lebensmittel industriell verarbeitet ist, umso größer ist die Gefahr, dass etwas auf dem Teller landet, was man beim Kauf nicht erwartet hat”.

Auch setzten die Grünen in der Cause Pferdefleisch-Skandal vestärkt auf Bio. “Im Unterschied zu konventionellen Lebensmitteln müssen im Bio-Bereich alle Produkte inklusive verarbeitete Lebensmittel und Fertigprodukte mit einer verbindlichen Herkunftskennzeichnung versehen sein. Bio ist auch bei der Kennzeichnung ganz klar besser”, so Pirklhuber.

Biobranche rechnet mit Absatzplus

Die heimische Biobauern haben sich betroffen über den Pferdefleisch-Skandal gezeigt, rechnen aber mit verstärktem Absatz.

Die Biobranche habe immer von Skandalen mit konventionellen Lebensmitteln profitiert, sagte Bio-Austria-Chef, Rudi Vierbauch, am Freitag bei der Biofachmesse in Nürnberg. “Wir haben aber kein Interesse an Skandalen”, betonte er. Biolebensmittel seien am stärksten geprüft und die Konsumenten könnten sich darauf verlassen, meint auch er.

Der oberösterreichische Fleischhauer Manfred Huber mit Filialen in Wien, Mödling und Linz berichtete von verstärkter Kundennachfrage nach seinem Sonnberg-Biofleisch.

(APA/Red.)

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