Peter Pilz wurde angelobt: Frauen verlassen den Nationalrat

Werden wohl keine besten Freund mehr: Martha Bißmann und Peter Pilz.
Werden wohl keine besten Freund mehr: Martha Bißmann und Peter Pilz. ©APA/ROLAND SCHLAGER
Unangenehm ist am Montagvormittag die Angelobung im Nationalrat für Liste Pilz-Gründer Peter Pilz verlaufen. Fast alle weiblichen Abgeordneten verließen demonstrativ den Plenarsaal.
Angelobung von Peter Pilz

Praktisch geschlossen entschieden die Mandatarinnen der anderen Fraktionen, als stillen Protest einen Auszug vor der Angelobung vorzunehmen. Lediglich einzelne wie die Zweite Nationalratspräsidentin Doris Bures (SPÖ) wohl ob ihrer Funktion und NEOS-Abgeordnete Karin Doppelbauer blieben auf ihren Plätzen sitzen.

Pilz sitzt neben Martha Bißmann

Überraschend ist auch Pilz’ Sitzplatz-Wahl. Seine Nachbarin ist nämlich just Martha Bißmann, die er gerne aus dem Klub werfen würde, nachdem sie nicht zu seinen Gunsten auf ihr Mandat verzichtet hatte. Auf der anderen Seite hat sich mit Daniela Holzinger-Vogtenhuber eine weitere weibliche Abgeordnete neben Pilz platziert. Klubobmann Bruno Rossmann sitzt dafür in der letzten Reihe, was für einen Fraktionschef äußerst ungewöhnlich ist.

Boris für einen Kulturwechsel

Die Zweite Nationalratspräsidentin Doris Bures (SPÖ) hat indirekt klar gemacht, dass sie die Aktion der weiblichen Abgeordneten bei der heutigen Angelobung von Peter Pilz durchaus unterstützt hat. Dass sie im Saal geblieben ist, begründet sie damit, dass eine Aufgabe ihres Amts sei sicherzustellen, dass die parlamentarischen Vorgänge wie eine Angelobung ordnungsgemäß ablaufen.

In einer schriftlichen Stellungnahme schreibt Bures, dass die heutige Aktion im Nationalrat der Beginn eines Kulturwandels über alle Parteigrenzen hinweg gewesen sein könnte. Voraussetzung dafür sei jedoch, dass das Auftreten gegen frauenfeindliche Tendenzen selbstverständlich wird – “auch und vor allem wenn es Vorkommnisse in den eigenen Reihen betrifft”.

(APA/red)

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