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Persson: Logik des Krieges in Sackgasse

So der schwedische Ministerpräsident Göran Persson bei der Eröffnung der „Internationalen Konferenz zur Wahrheit, Gerechtigkeit und Versöhnung“.

Die Logik des Krieges ist in eine Sackgasse geraten. Das sagte der schwedische Ministerpräsident Göran Persson bei der Eröffnung der „Internationalen Konferenz zur Wahrheit, Gerechtigkeit und Versöhnung“ im Zusammenhang mit der weltweiten Entwicklung seit den Terroranschlägen des 11. September. „Versöhnungsprozesse müssen auf die politische Tagesordnung gebracht werden“, so Persson.

Die Veranstaltung ist eine Fortsetzung der Holocaust-Konferenz, die im Jahr 2000 auf Initiative der schwedischen Regierung stattfand. Persson versprach damals, diese Konferenz zu einer jährlichen Einrichtung zu machen. Zwar haben sich zur diesjährigen Konferenz Delegationen aus 44 Ländern in Stockholm eingefunden, der internationale Glanz ist im Vergleich zur ersten Konferenz vor zwei Jahren jedoch verblichen. Während damals noch die Staats- und Regierungschefs nach Stockholm anreisten, tauchten heuer lediglich Ressortminister, Staatssekretäre, Forscher und Beamte auf.

Die Konferenz zur Versöhnung gleicht jedenfalls eher einem Forscherseminar als einem internationalen Forum. Kritische Stimmen im schwedischen Parlament führten dies teilweise auf die Themenauswahl zurück. Israel, das auf der Holocaust-Konferenz vor zwei Jahren besonders aktiv war, ist auch in diesem Jahr vertreten: Tzipi Livni, Verantwortlicher für die regionale Entwicklung in Israel und naher Mitarbeiter von Ariel Sharon, ist der Leiter der israelischen Delegation. Auch der palästinensische Bischof von Jerusalem, Munib Younan, wurde eingeladen.

Trotz wichtiger Namen auf der Gästeliste möchte die schwedische Regierung den Konflikt im Nahen Osten auf der Konferenz überhaupt nicht ansprechen. Es wäre nicht sinnvoll, von Versöhnung zu sprechen, solange man sich in einer Gewaltspirale befindet, meinte die stellvertretende Ministerpräsidentin Lena Hjelm-Wallen auf der einleitenden Pressekonferenz. Stattdessen sollen andere Friedensprozesse als Musterbeispiele aufgegriffen werden, zum Beispiel die Versöhnung von Polen und Deutschland, obwohl diese schon, laut Hjelm-Wallen, „einige Jahre auf dem Buckel hat“.

Repräsentanten arabischer Länder fehlen in Stockholm. Laut Hjelm-Wallen hat die Regierung aber kein Land ausgeladen. Diese Länder hätten kein Interesse gezeigt, teilzunehmen. Ob die Konferenz so einen Weg aus der von Persson angesprochenen Sackgasse finden kann, ist fraglich.

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