Parkpickerl in Währing: Maria Vassilakou ärgert sich über ÖAMTC

Über ein Schreiben des ÖAMTC ärgerte sich Maria Vassilakou.
Über ein Schreiben des ÖAMTC ärgerte sich Maria Vassilakou. ©APA
Der ÖAMTC hat an seine Mitglieder in Währing einen Brief geschickt, in dem explizit dazu aufgerufen wird, gegen das Parkpickerl zu stimmen. Maria Vassilakou konterte nun mit einem offenen Brief an die Währinger und versuchte Stimmung für das Pickerl zu machen. Sie fühle sich "gefrotzelt", so Vassilakou wörtlich.

Wie berichtet dürfen die Anrainer in Hietzing und Währing bereits vor der Wiener Volksbefragung darüber abstimmen, ob in ihren Bezirken das Parkpickerl eingeführt werden soll. Der Autofahrerclub ÖAMTC  hatte kürzlich an alle seine Mitglieder in Währing einen Brief mit der Empfehlung geschickt, gegen Parkgebühren zu votieren. Knapp 9.000 Mitglieder – etwas weniger als ein Viertel der stimmberechtigten Währinger – seien kontaktiert worden, sagte Bernhard Wiesinger, Chef der ÖAMTC-Interessenvertretung.

ÖAMTC ist gegen das Parkpickerl in Währing

In besagtem Schreiben heißt es, dass es freilich nahe liege, sich mittels Zustimmung zur flächenendeckenden Kurzparkzone das “dringende Problem” vom Hals zu schaffen. Allerdings, so die Warnung des Clubs, “stimmen Sie … damit auch erheblichen Eingriffen in Ihre persönliche Lebensgestaltung zu”. Konkret gehe es um Zeitlimits für Gäste oder Menschen, die sich um Pflegebedürftige kümmern, sowie Selbstständige, die möglicherweise Kundschaft verlören, da vor Ordinationen, Kanzleien oder Geschäften nicht mehr “problemlos” geparkt werden könne.

Außerdem gibt die Interessenvereinigung zu bedenken, dass mit der “Zusatzgebühr” das Minus in der Stadtkasse reduziert werden solle. Man werde sich weiter für ein besseres Bewirtschaftungssystem einsetzen. Deshalb die Bitte an die Währinger, gegen die Einführung zu stimmen – denn: “Eine (neuerliche) Ablehnung des unfairen, teuren und ineffizienten Kurzparkzonen-‘Parkpickerl’-Systems in Währing würde diese Anstrengungen unterstützen.” Laut Wiesinger wird derzeit intern noch überlegt, ob ein ähnlicher Brief auch an die Hietzinger Mitglieder verschickt werden soll. Dort findet die Anrainerbefragung etwas später statt.

Maria Vassilalou kontert mit offenem Brief

Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou reagierte auf das ÖAMTC-Schreiben am Mittwoch mit einem offenen Brief an alle Hietzinger und Währinger. Als “Noch-ÖAMTC-Mitglied” fühle sie sich gefrotzelt und in ihren Interessen nicht objektiv vertreten, monierte sie. Der Club verbreite “haarsträubende Unwahrheiten und Mythen”. Die Ressortchefin verwies darauf, dass das Zeitlimit drei Stunden betrage und das nur wochentags zwischen 9.00 und 19.00 Uhr. Ansonsten parke man gratis und unbegrenzt.

Außerdem zeigten Erfahrungen aus bereits bewirtschafteten Gebieten, dass Kunden nun wieder Parkplätze fänden. Vielmehr schade Parkplatzmangel der Wirtschaft. Zudem gebe es in Einkaufsstraßen des 13. und 18. Bezirks bereits jetzt Kurzparkzonen. Die Mehreinnahmen aus den Abstellgebühren dienten weiters keinesfalls der Budgetsanierung, sondern seien für den (Aus-)Bau von Garagen und Öffis zweckgebunden, betonte Vassilakou. Die Versendung von Vassilakous Brief an die Einwohner der beiden Bezirke sei vorerst nicht geplant, sagte ein Sprecher. Das Schreiben werde aber intensiv via sozialer Netzwerke verbreitet. (APA)

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