Parallele Mütter - Kritik und Trailer zum Film

"Parallele Mütter", mit Penélope Cruz in einer der Hauptrollen, erzählt von zwei ungleichen Müttern, deren Leben schicksalhaft miteinander verbunden sind: Fotografin Janis (Cruz) ist eine selbstbewusste Singlefrau mitten im Leben. Im Krankenhaus lernt sie die 17-jährige Ana kennen, die ebenfalls schwanger ist.

Alles beginnt mit einem Shooting, das die Hauptfigur Janis (Penélope Cruz) als Fotografin zeigt. Und es macht deutlich, dass "Parallele Mütter" ein typisches, immer auch das Medium selbstreferenziell hinterfragendes Werk von Pedro Almodóvar ist. Der spanische Kultregisseur verschränkt in seinem neuen Film die verdrängte Geschichte Spaniens mit zwei sehr persönlichen Elternerfahrungen. Nach der Weltpremiere in Venedig kommt "Parallele Mütter" nun am Freitag ins Kino.

Parallele Mütter - Kurzinhalt zum Film

Im Zentrum steht Janis als selbstbewusste Singlefrau, die bei einer kurzen Affäre schwanger wird, das aber nicht als Rückschlag, sondern Chance zur alleinerziehenden Mutterschaft begreift. Im Krankenhaus lernt sie dann Ana (Milena Smit) kennen, die ebenfalls schwanger ist. Anders als Janis steht Ana mit ihren 17 Jahren aber noch am Beginn des Lebens und hat mit der exaltierten Schauspielmutter Teresa (Aitana Sánchez Gijón) auch keine große Hilfe an ihrer Seite. Und doch werden beide Jungmütter ihre Töchter alleine großziehen und in dieser Rolle jede für sich aufgehen.

Alles scheint perfekt, bis sich bei Janis Zweifel einschleichen, ob ihre Tochter mit dem dunklen Teint wirklich die ihre ist - und ein Gentest bringt die traurige Gewissheit. So führt die Recherche das Leben von Janis und Ana wieder zusammen, wobei die jüngere der beiden Frauen nicht weiß, was der anderen bereits bewusst ist.

Parallele Mütter - Die Kritik

Vieles bei "Parallle Mütter" zeigt die ganz eigene Handschrift des Regisseurs: Seine Stammschauspieler wie Penélope Cruz oder Rossy de Palma sind wieder Teil des Teams, die rhythmische Mischung aus schnellen Sprüngen und gemächlichem Tempo während mancher Einzelszenen dominiert, und die Erzählung fokussiert wieder primär auf Frauen. Außerdem charakterisiert auch das neueste Werk des mittlerweile 72-jährigen Regisseurs wieder jene Mischung aus einer scheinbar klassisch erzählten Geschichte und unvermittelt aufbrechenden Plot Twists, die das Ganze in eine neue Richtung lenken.

Die subjektive Privatmoral spielt dabei anders als in vergleichbaren Arbeiten von Kollegen keine Rolle, sondern die gesellschaftliche Verantwortung. So verschränkt "Parallele Mütter" die Themenfelder alleinerziehender Mütter mit der historischen Verantwortung, sich der Vergangenheit zu stellen. Supragenerationale Rollenbilder werden in indirekte Beziehung zur verdrängten Thematik des Bürgerkrieges in Spanien gestellt.

Dies alles kommt bisweilen etwas didaktisch daher, aber stets in den farbsatten Bildern von Almodóvars Stammkameramann José Luis Alcaine, befeuert von der Musik im Stile von Hitchcocks Stammpartner Bernard Herrmann. So erzählt Almodóvar das Große anhand des Kleinen, nimmt die Tragik dabei für seine Verhältnisse aber beinahe überraschend zurück.

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(APA/Red)

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