OÖ: 283 Einsatzkräfte übten den Ernstfall bei einem Zugsunglück

Am Freitagabend fand die Einsatzübung "Nachtzug 2019" in Oberösterreich statt.
Am Freitagabend fand die Einsatzübung "Nachtzug 2019" in Oberösterreich statt. ©APA/BFK SCHÄRDING/NACHTZUG 2019
Am Freitagabend wurde bei der Einsatzübung "Nachtzug 2019" der Zusammenstoß zweier Personenzüge mit 42 Verletzten simuliert. 263 Einsatzkräfte und insgesamt 335 Personen waren an der Aktion in Wernstein am Inn bzw. Schadenberg beteiligt, berichtete die Feuerwehr.
Bei der Einsatzübung

Möglich war die Aktion, weil die Bahnstrecke zwischen Passau und Schärding derzeit noch bis Mittwoch wegen Bauarbeiten total gesperrt ist. Bei dem Szenario wurde die organisations- und grenzüberschreitende Zusammenarbeit geübt. Feuerwehr und Rotes Kreuz mit Kräften aus Wernstein und dem Bezirk Schärding sowie Passau (Bayern), Polizei, Klinikum Schärding und ÖBB arbeiteten Hand in Hand.

Zugsunglück als Einsatzübung

Sieben eingeklemmte Personen waren zu befreien - von sieben Feuerwehren mit vier hydraulischen Rettungsgeräten. Neben Autos übernahmen auch der Hubschrauber und Feuerwehrboote den Abtransport der Verletzten. Herausfordernd war, sich über die steile Böschung einen Zugang zu den Bahngleisen zu schaffen - sowie die enge Zufahrt und kaum Wendemöglichkeiten für Großfahrzeuge, resümierte die Feuerwehr.

Zehn Polizisten leisteten nach den Erstmaßnahmen Tatortarbeit und lenkten den Verkehr. Eine der neu angeschafften Polizeidrohnen lieferte Bilder aus der Luft und bot dadurch einen Lageüberblick.

Abtransport von Verletzten

92 Sanitäter, sechs Ärzte sowie sechs Mitarbeiter des Kriseninterventionsteams sorgten unter Einbindung des Bayrischen Roten Kreuzes für die schnelle Versorgung und den Abtransport der Verletzten sowie psychische Betreuung der Unverletzten. Aber auch der Aufbau eines Betroffenen-Informations-Zentrums und das in Österreich neu ausgerollte Patientenleitsystem waren Teil des Szenarios.

Im Klinikum Schärding wurde der Alarm- und Einsatzplan aktiviert: Acht Ärzte sowie zwölf Pflegekräfte nahmen den Notfalldienst für die Übung auf. Weiteres Personal der Klinikleitung und der Verwaltung wurde angefordert, während der normale Betrieb ohne Abstriche weiterging.

Übungsziel wurde zu 100 Prozent erreicht

Das Übungsziel der mehrere Jahre vorbereiteten Aktion wurde zu 100 Prozent erreicht, stellten die Übungsleiter fest, wenngleich es äußerst fordernd gewesen sei. Alle Einsatzorganisationen hatten zur Dokumentation Übungsbeobachter eingesetzt. Deren Betrachtungen werden in eine gemeinsame Nachbesprechung einfließen. Die ÖBB betonten die geringe Unfallwahrscheinlichkeit, trotzdem sei es wichtig, Sicherheitsstandards zu gewährleisten. Das werde durch so eine Großübung möglich, dankte Pressesprecher Karl Leitner den Teilnehmenden.

Übung durch Sperre der Bahnstrecke möglich

Die gesperrte Bahnstrecke auf der zurzeit größten Baustelle der ÖBB in Oberösterreich ermöglichte eine derartige Übung erst. In Wernstein werden neue Gleisanlagen geschaffen, drei Eisenbahnkreuzungen aufgelassen. Am Freitag erreichten die noch bis 2021 dauernden Arbeiten den Höhepunkt: Über den Lindenbach wurde eine neue, 40 Meter lange und 2.500 Tonnen schwere Brücke gespannt, die in einem Stück neben der bestehenden, alten Brücke errichtet und nun in ihre endgültige Lage eingeschoben wurde. ÖBB, Land Oberösterreich und die Gemeinde Wernstein investieren gemeinsam in die Modernisierung des Bahnhofs, insgesamt 43,9 Mio. Euro, als Teil des Ausbaus der Strecke Wels - Passau zur Hochleistungsstrecke, so die ÖBB.

(APA/Red)

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