Olympia-Affäre: "Roth als Stratege nicht erkennbar"

Salzburg - Das 300.000 Euro hohe Darlehen, die zwei Rechnungskreise der Bewerbungsgesellschaft, der Förderverein und die Rolle von Erwin Roth standen am Nachmittag im Mittelpunkt der Befragung von LHStv. Wilfried Haslauer (ÖVP).

Die Antworten brachten zwar keine neuen Erkenntnisse, spiegelten aber die persönliche Eindrücke des damaligen Aufsichtsratsmitgliedes der GmbH wider. Für ihn war zum Beispiel “nicht erkennbar, dass Erwin Roth ein wesentlicher Stratege der Bewerbung war”.

“Roth ist zwar immer wieder da und dort aufgetaucht, hatte aber keine Vertragsbeziehung zur GmbH und wurde nicht als Experte präsentiert”, erklärte Haslauer. Ob es Vertragsvereinbarungen von Roth mit dem ÖOC oder dem Förderverein gegeben habe, wisse er nicht. Die Frage, wer denn der geistige Vater des Fördervereins gewesen sei, konnte der ÖVP-Politiker ebenfalls nicht beantworten.

Die “genaue Abgrenzung” von öffentlichen Geldern und privaten Sponsorengeldern in zwei Rechnungskreisen der GmbH erachtete Haslauer als sinnvoll und als einen Vorteil, um die Ausgaben klar zuordnen zu können. Doch dass dadurch die Sponsoren aus der Diskussion wegen überhöhter Ausgaben herausgehalten werden könnten, davon sei er nicht überzeugt gewesen. “Beide Rechnungskreise waren aber Gegenstand der Prüfung durch das Kontrollorgan, der Wirtschaftsprüfer und des Rechnungshofes”, stellte er fest. Von fehlenden Dokumenten oder Ungereimtheiten habe er keine Kenntnis, beantwortete er eine Frage von Rössler.

Dem Aufsichtsrat wurden Haslauer zufolge auch keine Sponsorenverträge vorgelegt, weder vom Förderverein noch von der GmbH. Und über die Bezahlung der Olympia-Berater sei im Aufsichtsrat nicht im Detail diskutiert worden.

Über die Existenz eines 300.000 Euro hohen Darlehens an den Förderverein habe die Geschäftsführung der GmbH erst bei der Aufsichtsratssitzung im September 2007 ausdrücklich informiert, sagte Haslauer. Dass es von Geschäftsführung verabsäumt worden war, die Zustimmung dazu vom Aufsichtsrat einzuholen, bezeichnete er “als Fehler”. Letztendlich musste von der Gesellschaft eine budgetäre Lücke von 390.000 Euro abgedeckt werden.

Warum Rudi Höller dann noch die Liquidierung der GmbH durchgeführt und dafür 37.000 Euro kassiert habe, wollte FPÖ-LAbg. Friedrich Wiedermann wissen. “Ist denn seine Vertrauenswürdigkeit nicht infrage gestellt worden?” Dazu Haslauer: “Höller hat einen guten Job gemacht.” Die Bewerbung sei damals schon gelaufen, es hätte keinen Sinn gemacht, ihm den Fehler nachzutragen. “Die Geschäftsführung hat Tag und Nacht gearbeitet, da kann es passieren, dass man normale Vorschriften nicht beachtet.”

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