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Österreich: So viele Tragetaschen werden verbraucht

Der Verbrauch von Plastiksackerl soll weiterhin reduziert werden.
Der Verbrauch von Plastiksackerl soll weiterhin reduziert werden. ©HELMUT FOHRINGER
Bis 2020 sollen Plastiksackerl im Handel verboten werden. Doch die freiwillige Reduktion seit 2016 hat bereits deutliche Einsparungen gebracht.

Vor dem von der Regierung für 2020 angestrebten kompletten Verbot von Plastiksackerln im Handel hat eine 2016 eingeführte freiwillige Reduktion der häufig nur einmal verwendeten Tragtaschen zu einer beträchtlichen Einsparung geführt. Wurden 2014 pro Person noch gut 63 Sackerl aus Kunststoff abgegeben, waren es 2017 nur noch knapp 49.

Plastiksackerl: Leichter und schwerer Kunststoff

Diese Zahlen beziehen sich auf jene Unternehmen, welche die Vereinbarung mit dem Ministerium getroffen hatten. Darunter sind die Rewe Group, Spar, Lidl, Hofer und C&A. In der vom Umweltressort zur Verfügung gestellten Statistik werden sechs Kategorien von Plastiktragetaschen unterschieden: Kunststoff und Bio-Kunststoff jeweils sehr leicht, leicht und schwer.

Der weitaus größte Teil der Tragtaschen entfällt auf solche aus sehr leichtem Kunststoff. Fast 445 Millionen Stück weist die Statistik für 2014 aus, das macht 52,1 Sackerl pro Einwohner. 2017 waren es knapp 388 Millionen bzw. 44 Exemplare pro Kopf. An Sackerln aus leichtem Kunststoff wurden im vergangenen Jahr 2,5 pro Einwohner abgegeben nach 3,5 im Jahr 2014, an Tragtaschen aus schwerem Kunststoff 2017 nur 2,2 Stück, 2014 waren es statistisch gesehen 7,7.

Verwendung von Sackerln in Österreich
Verwendung von Sackerln in Österreich ©APA

Weitere Verbesserungen geplant

Der Handel ist damit zwar auf einem guten Weg. Das 2016 vom damaligen Umweltminister Andrä Rupprechter (ÖVP) erklärte Ziel, mit Hilfe der freiwilligen Vereinbarung die Zahl der jährlich in Verkehr gesetzten Kunststofftragtaschen bis 2019 im Vergleich zu 2014 um die Hälfte zu reduzieren, erscheint allerdings nicht erreichbar. Die Vorgaben der 2015 vom Europaparlament beschlossenen EU-Plastikrichtlinie wurden leicht erfüllt. Sie sieht nämlich die Senkung des Maximalverbrauchs auf 90 Plastiksackerln pro Person bis 2019 vor.

Der Anteil an Sackerln aus Bio-Kunststoffen ist marginal. Er liegt bei unter einem Stück pro Person und Jahr. Einen Boom erlebten Sackerl und Tragtaschen aus Papier. 2014 wurden gut 19 Millionen verwendet – 2,3 pro Einwohner -, 2017 waren es mehr als 47 Millionen, was 5,4 Stück pro Person entspricht.

Von dem am Sonntag angekündigten Verbot von Plastiksackerln im Handel sind alle Kunststofftragtaschen mit Ausnahme jener betroffen, die vollständig biologisch abbaubar sind. Durch die Maßnahme sollen 5.000 bis 7.000 Tonnen jedes Jahr weggeworfene Sackerl vermieden werden.

Kunststoffindustrie gegen geplantes Plastiksackerlverbot

Das am Wochenende von der Regierung angekündigte Verbot von Plastiksackerln und Mikroplastik in Kosmetika stößt auf Unverständnis in der Kunststoffbranche. “Als Umweltschutzmaßnahme dienen solche Verbote in Österreich nicht, da hierzulande funktionierende Abfallmanagementsysteme dafür sorgen, dass Kunststoff ordnungsgemäß verwertet wird”, hieß es seitens des Fachverbandes der Chemischen Industrie.

Voraussetzung für Maßnahmen, die der Umwelt tatsächlich nützen, ist eine positive Ökobilanz. Dabei schneide das Papiersackerl auf Grund der Ressourcenintensität bei der Herstellung keineswegs besser ab. Und auch abbaubare Plastiksackerl schaden der Umwelt erst recht, wenn sie im falschen Glauben im Kompostmüll landen, betonte der Fachverband am Montag in einer Aussendung.

Forderung: Ausbau der Rezyklierbarkeit

“Recycling und Mehrweg im Sinne einer umfassenden Kreislaufwirtschaftsstrategie wären auf jeden Fall zielführender”, wurde dessen Geschäftsführerin Sylvia Hofinger in der Mitteilung zitiert. Die Kunststoffbranche setze auf einen Ausbau der Rezyklierbarkeit sowie auf eine Erhöhung des Rezyklatanteils. Gleichzeitig müsse das Bewusstsein der Menschen für einen schonenden Umgang mit Ressourcen aller Art geschärft werden.

“Der Anteil Europas und Nordamerikas am Marine Litter beträgt zwei Prozent. Der Rest kommt hauptsächlich aus Asien und Afrika. Hier gilt es, diese Länder zu unterstützen, funktionierende Abfallwirtschaftssysteme aufzubauen. Der Ansatz, Plastiksackerl oder Wattestäbchen aus Kunststoff zu verbieten, trägt mengenmäßig kaum etwas zur Reduktion des Plastikmülls in den Weltmeeren bei”, kritisierte der Fachverband.

(APA/Red)

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