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"Oder wir machen Leberkäse aus ihm": So denkt dieser Fiaker über seine Pferde

In vielen Fällen trügt der schöne Schein.
In vielen Fällen trügt der schöne Schein. ©APA/HANS KLAUS TECHT
VIER PFOTEN hat Undercover-Videomaterial erhalten, auf dem ein Fiaker den Touristen von seinem Alltag erzählt. Die Geschichten sind nicht nur haarsträubend, sondern auch aus Tierschutzsicht, sowie vom Sicherheitsstandpunkt aus sehr bedenklich.

Was die Wiener Fiakerfahrer über ihre Pferde wissen und welche Geschichten sie den Touristen erzählen, kann man bei einer so genannten "Secrets of the Fiaker & Horse Carriages" herausfinden. VIER PFOTEN hat Undercover-Videomaterial von dieser Tour erhalten, die erschreckende Einsichten geben. In dem Material erzählt ein Fahrer sehr offen über seinen Alltag. Seine Aussagen sind dabei aus Sicht des Tierschutzes sowie vom Sicherheitsstandpunkt sehr bedenklich.

"Ein Pferd muss sich sein Futter verdienen"

"Der Fahrer erzählt zum Teil haarsträubende, zum Teil schlicht Besorgnis erregende Geschichten", sagt VIER PFOTEN Kampagnenleiterin Martina Pluda. So erzählt der Fahrer beispielsweise: "Ein Pferd muss sich sein Futter verdienen". Der Nachsatz: "Oder wir machen Leberkäse aus ihm. Es gibt keine andere Alternative (sic!). Entweder so oder so. Die Wahrheit ist brutal."

"Nicht die Wahrheit ist brutal, sondern die Ansichten dieses Herrn", so Pluda. "Zum einen ist das Töten von Tieren ohne vernünftigen Grund laut Tierschutzgesetz ohnehin verboten. Zum anderen ist die Leberkäse-Geschichte einfach eine zynische Drohung und ein Totschlagargument, das immer dann vorgebracht wird, wenn eine Änderung der derzeitigen Situation gefordert wird."

Bedenklich: Pferde werden nur in der Nacht gefüttert

Der Fiakerfahrer gibt auch Auskunft über das Gefahrenpotenzial bei seiner Arbeit. "Er sagt etwa ganz offen, dass es angesichts des Innenstadtverkehrs nicht immer möglich ist, die Tiere unter Kontrolle zu halten", so Pluda. Seine Aussage dazu wörtlich: "Wenn er (das Pferd, Anm.) einmal rennt, dann kann man nichts mehr tun. Nur beten, dass man irgendwo stehen bleibt."

Der Fahrer erklärt außerdem, dass die Tiere nur in der Nacht gefüttert werden. Originalzitat: "So wie wir am Tag essen und in der Nacht nicht, machen sie es umgekehrt." Diese Aussage ist aus Tierschutzsicht inakzeptabel.

Laut Pluda zeigen diese Zitate eine erschreckende Unwissenheit. "Pferde benötigen durchgehenden Zugang zu Raufutter, alles andere ist Tierquälerei. Das Verdauungssystem der Tiere ist nicht für lange Fresspausen geeignet. Das kann für sie sehr schmerzhaft sein."

Straßenschäden: 750.000 Euro Reperaturkosten pro Jahr

Dier Fiakerfahrer stellt außerdem infrage, ob die Hufe der Tiere den Asphalt beschädigen. Doch auch hier handle es sich um eine Tatsache. Im vergangenen Jahr wurden die jährlichen Reparaturkosten des Straßenbelags als Folge der Fiakerfahrten vom Bezirk Innere Stadt mit 750.000 Euro beziffert.

VIER PFOTEN ließ außerdem eine Umfrage durchführen, die zeigt, dass neun von zehn Touristen auch nach Wien kommen würden, wenn Fiaker nur noch in Grünanlagen fahren dürften. Außerdem ist nur jeder fünfte Tourist der Ansicht, dass Wien dezidiert durch eine Verlegung an Attraktivität verlieren würde.

(Red)

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