Obdachlose im Wiener Stadtpark: Kommunikation soll verbessert werden

Obdachlose im Stadtpark: Kommunikation in Wien soll verbessert werden
Obdachlose im Stadtpark: Kommunikation in Wien soll verbessert werden ©APA/ROLAND SCHLAGER
Nach der Räumung der Obdachlosen aus dem Stadtpark, kam es zu Diskussionen. Ein Runder Tisch am Montag hat ergeben, dass die Kommunikation zwischen der Stadt, den Blaulichtorganisationen und den NGOs verbessert werden soll.
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An der Sitzung haben am Montagabend unter anderem Vertreter des Fonds Soziales Wien (FSW), der Polizei, der Sucht- und Drogenkoordination sowie der karitativen Einrichtungen Caritas, Rotes Kreuz, Samariterbund und Volkshilfe teilgenommen.

Der Runde Tisch war nach der Aufregung um die Vertreibung von Obdachlosen aus dem Wiener Stadtpark ins Leben gerufen worden. Aber auch das alljährliche Winterpaket der Wiener Wohnungslosenhilfe stand auf der Agenda – also die Sicherstellung und Koordination ausreichender Schlaf- und Notunterbringungsplätze in der kalten Jahreszeit.

Obdachlose in Wien: Bessere Kommunikation gefordert

“Es wurde festgestellt, dass es Optimierungsbedarf bei der Kommunikation gibt”, berichtete eine Sprecherin des FSW. Die Zusammenarbeit zwischen der Stadt, der Polizei, den Rettungsorganisationen und den Sozialbetreuern soll aus diesem Grund verbessert werden. Zum einen solle die Exekutive bei Einsätzen – etwa wie bei jenem im Stadtpark – den Partnern rechtzeitig Bescheid geben. Umgekehrt soll die Polizei künftig regelmäßig über die Situation in Wien informiert werden.

Gleichzeitig wird ein “Factsheet” erstellt, auf denen die Wiener Notschlafplätze verzeichnet sind. Damit könnten Polizei oder Rettung bei Bedarf Betroffene über mögliche freie Plätze informieren, hieß es. Das Thema “Kampierverordnung” sei hingegen nur am Rande Thema gewesen, betonte die FSW-Sprecherin.

Winterpaket für Obdachlose in Wien

Die Regelung verbietet etwa “das Auflegen und das Benützen von Schlafsäcken” außerhalb von Campingplätzen. Einst gedacht als Gesetz gegen im Freien übernachtende Rucksackreisende war sie zuletzt auch im Stadtpark angewendet worden. “Für die Polizei und die Stadt handelt es sich um eine klare Regelung und ein gutes Instrument”, wurde beim FSW versichert.

Die Frage sei, wie sie gehandhabt werde. Es gebe durchaus eine gewisse Toleranz. Wenn sich Beschwerden häufen, müsse man aber handeln – und dafür sei die Verordnung als Rechtsgrundlage geeignet, so die Sprecherin.

Vereinbart wurde auch das sogenannte Winterpaket. In einem von der Witterung abhängigen Stufenplan werden in den kommenden Monaten erneut (so wie im Vorjahr, Anm.) bis zu 400 Notschlafbetten zur Verfügung stehen.

Zufriedenheit nach dem runden Tisch

Bei der Caritas zeigte man sich am Abend zufrieden: “Ich bin froh über das Ergebnis”, erklärte Geschäftsführer Alexander Bodmann gegenüber der APA. Es sei wichtig, dass die Kommunikation verbessert und die Blaulichtorganisationen stärker einbezogen werden. Wobei auch bisher schon kommuniziert wurde, betonte Bodmann – es seien aber etwa bei der Räumung im Stadtpark Fehler passiert.

Zudem wurde auch das Thema Armutsmigration besprochen, also der Umstand, dass Bedürftige aus den Bundesländern oder aus anderen EU-Staaten nach Wien kommen. Um die Situation zu analysieren, wird nun beim Dachverband der Wiener Sozialeinrichtungen ein Expertengremium eingerichtet. Daraus sollen Maßnahmen zum Umgang mit der Problematik abgeleitet werden, so Bodmann.

Lediglich beim Thema Kampierverordnung bleibt die Caritas skeptisch. Man habe Zweifel, ob diese ein geeignetes Mittel sei. Mit dem Ergebnis des Runden Tisches ist es laut Cariats aber sehr wahrscheinlich, dass Sozialorganisationen eingebunden werden, wenn sie noch einmal zum Einsatz kommt.

(APA)

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