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NÖ: Mastbetrieb-Inhaber droht Tierhaltungsverbot

Nach Missständen in einem Mastbetrieb droht dem Inhaber ein Tierhaltungsverbot.
Nach Missständen in einem Mastbetrieb droht dem Inhaber ein Tierhaltungsverbot. ©APA/VGT.AT
Dem Betreiber eines Mastbetriebs im Bezirk St. Pölten-Land droht wegen Missständen in seinem Betrieb ein Tierhaltungsverbot, so das Land NÖ am Freitag.
VGT ortet Missstände in NÖ

Der Verein gegen Tierfabriken (VGT) hatte Aufnahmen u.a. von toten und verwesenden Tieren in dem Mastbetrieb im Bezirk St. Pölten-Land in Niederösterreich veröffentlicht.

Bezirkshauptmannschaft bereitet Bescheid für Tierhaltungsverbot gegen Mastbetrieb-Inhaber vor

Zuständig für die Verhängung eines Tierhaltungsverbotes ist die Bezirkshauptmannschaft. Die Behörde "prüft in objektiver Weise alle rechtlichen Möglichkeiten sowie die sich daraus ergebenden rechtlichen und faktischen Konsequenzen", wurde auf APA-Anfrage mitgeteilt. Grundlage dafür sei das Tierschutzgesetz. Aufgrund der Rechtslage dürfe man zu konkreten Verfahren jedoch keine näheren Auskünfte geben, hieß es von der Bezirkshauptmannschaft.

VGT über drohendes Tierhaltungsverbot erfreut

Der VGT hatte im Jahr 2013, vergangenen September und heuer auf Missstände hingewiesen und Anzeigen eingebracht. Fotos und Videos zeigten u.a. sterbende und verwesende Lämmer, Ziegen und Rinder, Tiere in Fäkalien und Kadaver in Tonnen vor dem Gebäude. Der Verein forderte ein Tierhaltungsverbot. Der Bescheid, der in Vorbereitung sein dürfte, sei "der erste wichtige Schritt", meinte Lena Remich vom VGT. Der Verein freut sich über einen "wichtigen Erfolg".

Mastbetrieb-Inhaber kann gegen Tierhaltungsverbot Beschwerde einlegen

Nach Zustellung gelte eine Frist von vier Wochen, in der der Betreiber eine Beschwerde an das Landesverwaltungsgericht erheben könne, wurde in der Aussendung informiert. Der Rechtsweg "könnte zu weiteren Verzögerungen führen". Ein rechtsgültiges Tierhaltungsverbot sei im landwirtschaftlichen Bereich "eher eine Seltenheit - und im Falle von Tierquälerei wie dieser ein enorm wichtiger Schritt", hielt der VGT in der Aussendung fest.

Prozess gegen Mastbetrieb-Inhaber endete mit Diversion

Ein Prozess um Tierquälerei gegen den Betreiber am Mittwoch der Vorwoche am Landesgericht St. Pölten endete mit Diversion. Dem Mann wurde vorgeworfen, kranke Tiere nicht ordnungsgemäß behandelt bzw. betreut und sie nicht von Artgenossen abgesondert zu haben. Schafe, Ziegen sowie 16 Rinder soll der Beschuldigte in Buchten gehalten haben, die vollständig und fußgelenkshoch mit einer flüssigen Schicht aus Gülle bedeckt waren. Als Tatzeitraum angegeben wurde 16. August bis 9. September 2022. Der großteils geständige Inhaber willigte ein, gemeinnützige Leistungen im Ausmaß von 140 Stunden zu erbringen.

(APA/Red)

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