Niki-Verkauf: Gewerkschaft noch abwartend

Niki Lauda hat den Zuschlag für die Fluglinie bekommen.
Niki Lauda hat den Zuschlag für die Fluglinie bekommen. ©APA/PFARRHOFER HERBERT
Nach dem Verkauf der Airline Niki an den Gründer Niki Lauda gibt sich der Gewerkschaft noch abwartend. "Ob es eine gute Lösung ist oder nicht, werden wir feststellen, wenn den Worten Taten folgen", meinte Karl Dürtscher von der Gewerkschaft GPA-djp.
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Positiv für die Mitarbeiter sei momentan, “dass eine Entscheidung gefallen ist und es Klarheit gibt. Das Bangen, Hoffen und Zweifeln hat jetzt ein Ende”, so der Arbeitnehmer-Vertreter Mittwochfrüh. Er erinnerte aber auch, dass es “in der Vergangenheit gewisse Probleme” mit Lauda als Arbeitgeber gegeben habe.

Niki: Reaktion der Belegschaft

Der Ex-Rennfahrer und Luftfahrer will seine Pläne ja heute den Mitarbeitern präsentieren. “Wir erwarten, dass jetzt fix angestellt wird bei Niki, dass es einen KV gibt, der für die Beschäftigten gilt”, forderte Dürtscher. Der bestehende Kollektivvertrag von Niki, die Airline gehörte zuletzt der Pleite-Fluglinie Air Berlin, könne weiterverwendet werden. “Momentan ist es wenig vertrauensbildend, wenn Lauda sagt, er kennt den KV nicht. Der ist öffentlich einsehbar.”

Lauda will KV prüfen und verhandeln

Früher habe Lauda zum Teil über Personalleasing-Firmen angestellt und es sei der Gewerbe-KV angewendet worden, der für die Luftfahrt nicht angebracht sei. Die Erfahrungen mit dem Unternehmer als Arbeitgeber seien “sehr unterschiedlich”. Jetzt müsse er, “um Vertrauen zu gewinnen, etwas auf den Tisch legen”, so Dürtscher in Richtung Lauda.

Lauda selbst hatte gestern in der ORF-“ZiB2” angekündigt, er werde heute, Mittwoch, den Mitarbeitern erklären, “wie wir das jetzt neu aufstellen mit einer Ausrichtung, mit Qualität wieder ganz normal fliegen (…). Und ich glaube, dass ich da die Mehrheit der Mitarbeiter dafür wieder gewinnen kann.”

Lauda sondiert Stimmung unter den Mitarbeitern

Niki-Käufer Niki Lauda schaut sich an, wie die Stimmung unter den rund 1.000 Mitarbeitern ist, nachdem er die von ihm gegründete Fluglinie aus der Insolvenz übernommen hat. “Ich geh einmal hin und stell mich vor”, sagte Lauda am Mittwoch am Wiener Flughafen vor einer Mitarbeiterveranstaltung.

Er werde sich ansehen, was sich in den vergangenen sieben Jahren abgespielt hat, in denen er weg war, so Lauda. Er hatte Niki 2011 komplett an Air Berlin verkauft. Nun gehe es um eine Bestandsaufnahme und einen Neustart. Die Mitarbeiter will er trotz bestehender Skepsis überzeugen, zu bleiben. “Ich glaub nicht, dass es so schwer sein wird”, sagte Lauda vor Journalisten. Die Beschäftigten begrüßte Lauda bei Betreten des Saales mit einem lauten “Morgen”.

“Kein Kommentar” von Niki-Mitarbeitern

Die meisten Niki-Mitarbeiter wollten sich nicht vor der Kamera äußern. Mit einem “Kein Kommentar” gingen sie an den wartenden Journalisten vorbei in den Saal, wo die Info-Veranstaltung stattfand. Viele hätten die spanische IAG-Billigtochter Vueling als Käufer bevorzugt. Manche zeigten sich aber auch erfreut, dass es nach den Jahren im deutschen Air-Berlin-Konzern nun wieder unter österreichischer Führung weitergeht. Vertreter von Gewerkschaft und Arbeiterkammer waren unter Verweis auf einen interne Veranstaltung nur für Mitarbeiter nicht willkommen.

Unklar ist noch, wie genau rechtlich die Übertragung der Arbeitsverhältnisse der Niki Luftfahrt GmbH auf die kaufende Laudamotion GmbH abgewickelt wird. Es könnte sein, dass bei einem Neustart von null begonnen wird. Denn der aktuelle Kollektivvertrag gilt nur für die Niki Luftfahrt, nicht aber für Laudamotion. Auch der derzeitige Niki-Betriebsrat ist für die insolvente Niki-Gesellschaft gewählt. Lauda betonte in den vergangenen Tagen mehrmals, dass die Lufthansa-Tochter Eurowings keine besseren Bedingungen biete als er.

Nach dem Grounding von Niki im Dezember 2017 stehen aktuell vor oder im Hangar am Wiener Airport sieben oder acht Airbusse. Ende März 2018 will Lauda mit insgesamt 15 Flugzeugen wieder abheben.

APA/Red.

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