Nicht alle Angeklagten beim Start des Wiener Islamisten-Prozess anwesend

Am Mittwoch beginnt der so genannte Wiener Islamisten-Prozess, nicht alle Angeklgten sind dabei.
Am Mittwoch beginnt der so genannte Wiener Islamisten-Prozess, nicht alle Angeklgten sind dabei. ©APA
Zum Auftakt des Wiener Islamisten-Prozess am Mittwoch fehlen zwei der sechs Angeklagten. Der mutmaßliche Haupttäter soll sogar untergetaucht sein. Der Gruppe wird vorggeworfen das Terror-Netzwerk Al-Qaida unterstützt zu haben. Der Prozess findet unter hohen Sicherheitsvorkehrungen statt.

Zwei der sechs Angeklagten im Wiener Islamisten-Prozess werden beim Prozessauftakt am kommenden Mittwoch fehlen. Von den Verdächtigen sitzt mit Ausnahme des mutmaßlichen Haupttäters Thomas Al J. keiner in Untersuchungshaft. Ein 23 Jahre alter Mann dürfte diesen Umstand dazu genutzt haben, um unterzutauchen. Da die Justiz vermutet, dass er sich dem Strafverfahren dauerhaft entziehen möchte, hat das Straflandesgericht einen internationalen Haftbefehl erlassen.

Anklageschrift konnte dem Hauptverdächtigen nicht zugestellt werden

Dem 23-Jährigen konnte bereits die Anklageschrift nicht zugestellt werden. Er dürfte sich mit seiner Ehefrau nach Ägypten begeben haben. Der genaue Aufenthaltsort ist unbekannt ist. Laut Anklage soll der Arbeiter, den seine Eltern nach Abschluss der HTL aus der Wohnung geworfen hatten, weil er nach der Hinwendung zum Islam sämtliche “westlichen Gegenstände” in der Wohnung abzudecken begann und gegenüber seinem Vater aggressiv auftrat, Reisen zu “Terror-Camps” mitorganisiert und dafür auch Spenden gesammelt haben.

Zweiter Beschuldigter lässt sich beim Prozessauftakt entschuldigen

Auch ein weiterer Beschuldigter wird zu Beginn der Verhandlung fehlen. Der gebürtige Afghane hat jedoch über seinen Anwalt dem Gericht ein Entschuldigungsschreiben zukommen lassen. Darin macht er geltend, seine Mutter sei schwer krank und es sei ihm unmöglich, zeitgerecht in die Bundeshauptstadt zurückzukehren. Der 49-Jährige soll im Mai 2009 zwei strenggläubige Wiener Jugendliche in ein Lager der radikal-islamischen Hizb-i-Islami-Milizen gebracht haben, wo sich die beiden zu Kämpfern ausbilden ließen.

Gruppe soll Al-Quaida unterstützt haben

Der Gruppe um Thomas Al J. (26), der mit 15 zum Islam konvertiert war und sich “Ismail” rufen ließ, wird vorgeworfen, die Ziele der Al-Qaida und verwandter Terror-Netzwerk unterstützt zu haben. Thomas Al J. soll außerdem versucht haben, Ende 2009 mit seiner Familie und mehreren Mitangeklagten nach Somalia zu gelangen, “um sich dort den Al Shabaab-Milizen anzuschließen und mit diesen zu kämpfen und diese auch auf sonstige Weise zu unterstützen”, wie es in der 77 Seiten starken Anklageschrift heißt. Nachdem das gescheitert war, soll der Mann bis zu seiner Festnahme am 15. Juni 2011 die fundamentale Website “ansarulhaqq.com” betrieben und dabei für die Al-Qaida und den Dschihad eingetreten sein.

 Das Verfahren wird unter hohen Sicherheitsvorkehrungen stattfinden. Richterin Daniela Zwangsleitner, die den Prozess leiten wird, hat bis 22. Juni zehn Verhandlungstage anberaumt. (APA)

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