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Hilfskräfte vor nächster Schneewelle im Dauereinsatz

Auch das Bundesheer wird im Kampf gegen Schneemassen eingesetzt
Auch das Bundesheer wird im Kampf gegen Schneemassen eingesetzt ©APA (Bundesheer/Markus Kohl)
Die Situation nach den Schneefällen der vergangenen Tage hat sich in Österreich zwischenzeitlich etwas entspannt. Jedoch bedeutete das für die Einsatzkräfte nicht wirklich eine Pause, sondern Zeit, die vorher angehäuften Schneemassen ein wenig zu beseitigen. Diese werden laut ZAMG-Prognose ab Sonntag erneut mit Neuschnee versorgt und erst ab Dienstag ist Entspannung angesagt.

Am Samstag stuften die Experten die Lawinengefahr in Tirol und Vorarlberg auf “Stufe 3” der fünfteiligen Skala zurück. Zugleich wiesen sie aber darauf hin, dass die Verhältnisse für Wintersport abseits der Piste nach wie vor “kritisch” seien.

In Tirol mussten in der Gemeinde Gnadenwald (Bezirk Innsbruck-Land) aus mehreren Häusern Bewohner und Gäste aus einem Hotel vorsorglich evakuiert werden. Die Gebäude beziehungsweise die Zufahrten befanden sich zum Teil in der Gefahrenzone. Nach derzeitigem Stand könnte an Sonntag in Vorarlberg und im Westen Tirols neuerlich bis zu einem bzw. eineinhalb Meter Neuschnee dazukommen. In den Bergen seien auch zwei Meter möglich, hieß es.

In Salzburg wurde zwischen Weißbach und St. Martin im Pinzgau am Samstagvormittag eine Lawine gesprengt. Nun ist die B311 wieder in beide Richtungen befahrbar. Insgesamt waren am Samstag vier Hubschrauber für Erkundungs- und “Downwash”-Flüge im Einsatz, hieß es vom Landeseinsatzstab. Dabei wird mit dem Wind der Rotorblätter Schnee von den Bäumen geblasen. 280 Soldaten des Bundesheeres waren im Einsatz, um Dächer vom Schnee zu befreien.

Insgesamt sind laut Bundesheer in sechs Bundesländern knapp 900 Soldaten in 15 Gemeinden im Einsatz. Schwerpunkt ist das Bundesland Salzburg. Neue Einsatzorte sind seit Samstag Gosau, St. Ulrich am Pillersee und Tschagguns in Vorarlberg. Die Soldaten waren vor allem mit dem Abschaufeln von Dächern beschäftigt.

Der Schnee-Einsatz sorgte auch für eine Premiere beim Bundesheer: Zum ersten Mal seit 1955 wurden in sechs Bundesländern gleichzeitig Einsätze geflogen. “Das ist schon eine zusätzliche Herausforderung”, hieß es seitens des Bundesheeres.

In der Steiermark waren am Samstag im Bezirk Liezen zusätzlich zu den lokalen Hilfskräften über 200 Feuerwehrleute vom KHD (Katastrophenhilfsdienst) im Einsatz. Züge aus den Bezirken Deutschlandsberg, Knittelfeld, Voitsberg, Graz-Umgebung und Leoben halfen in den betroffenen Gebieten mit. Sie mussten wegen der angekündigten neuen Schneemengen verstärkt Dächer räumen.

Am Freitag konnten kurzzeitig Erkundungs- und Versorgungsflüge per Hubschrauber durchgeführt werden, am Samstag verhinderte starker Wind im Bezirk Liezen einen erneuten Flugeinsatz. Zur Versorgung der Einsatzfahrzeuge wurde daher beschlossen, unter der Aufsicht des Lawinenkommission – es herrschte nach wie vor Lawinenwarnstufe vier – mit drei Gemeindefahrzeugen auf der an sich geschlossenen Straße mehrere Versorgungsfahrten durchzuführen.

Bei Schneeräumarbeiten am Dach seines Einfamilienhauses verunglückte am Vormittag ein 67-Jähriger in Ramsau. Der Mann dürfte die Seilsicherung bereits gelöst haben, als er nach der Arbeit von einem Vordach über ein Dachgiebelfenster ins Haus zurück gelangen wollte. So stürzte er mehrere Meter tief ab. Der noch am Dach befindliche Sohn des 67-Jährigen verständigte die Einsatzkräfte. Mit Verletzungen unbestimmten Grades wurde Verunglückte mit einem Rettungshubschrauber in das LKH Salzburg gebracht.

In Oberösterreich lag das Hauptaugenmerk am Samstag auf dem Freischaufeln von gefährdeten Dächern. 300 Mann des Militärs sowie Feuerwehren aus den weniger betroffenen Gebieten des Bundeslandes waren vor allem im Süden im Einsatz.

Die Lawinengefahr wurde am Samstag in Oberösterreich vom Lawinenwarndienst des Landes überwiegend als erheblich, nur teilweise noch als groß einstuft. Infrastrukturlandesrat Günther Steinkellner (FPÖ) berichtete am Samstag von 39 Straßensperren im Land, u.a. nicht befahrbar waren Pyhrn- und Koppenpass, Gosau war nur von Salzburger Seite her erreichbar. Auch Züge standen still. Die ÖBB verkehrten nicht zwischen Obertraun-Dachsteinhöhlen und Bad Aussee, Schienenersatzverkehr gab es zwischen Steeg-Gosau – Bad Aussee – Stainach-Irdning in die Steiermark.

Die Lawinengefahr in den Hochlagen in Niederösterreich war Samstagvormittag unverändert hoch. In den Ybbstaler Alpen und im Rax-Schneeberggebiet wurde die Lage ab einer Höhe von 1.500 Metern durch den Lawinenwarndienst mit Stufe 4 von 5 beurteilt.

Laut ZAMG liege derzeit in Lackenhof am Ötscher (Bezirk Scheibbs) in 800 Metern Seehöhe eine Schneedecke von 1,9 Metern. So eine Schneehöhe habe es seit 1923 nicht mehr gegeben, so die ZAMG in einer Aussendung am Samstag. Laut der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) soll der ab Sonntag wieder einsetzende Schneefall erst ab Dienstag wieder schwächer werden. Das bedeutet wieder steigende Lawinengefahr, während in tieferen Lagen am Montag auch der Regen für Probleme sorgen könnte.

(APA)

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