Neue Notwohnung für Zwangsverheiratete öffnet in Wien

Zwangsheirat: Wien versucht, betroffenen Frauen mit einer Notwohnung zu helfen.
Zwangsheirat: Wien versucht, betroffenen Frauen mit einer Notwohnung zu helfen. ©dpa/Sujet
Ab Juni wird es in Wien eine Notwohnung für von Zwangsheirat betroffene Frauen geben. Zur Zeit werden die Räumlichkeiten noch adaptiert, die Beratung und Betreuung wird dann der Verein Orient Express übernehmen, teilten das Innenministerium und das Frauenministerium am Frauentag am 08. März mit.
Frauentag in Wien

Schätzungsweise sind jährlich 200 Mädchen und junge Frauen in Österreich von Zwangsheirat betroffen.Wien. Die Frauenservicestelle Orient Express hat im Vorjahr 89 Frauen (58 Bedrohte, 31 Betroffene) zum Thema Zwangsheirat beraten und betreut.

Der Verein hat in der Vergangenheit immer wieder auf die Errichtung einer Notwohnung gedrängt. Die Eröffnung ist nun für Juni 2013 vorgesehen. In einem Pilotprojekt soll sie vorerst acht jungen Frauen eine sichere Unterkunft bieten. Für die ersten eineinhalb Jahre sind rund 360.000 Euro budgetiert.

Notwohnung: Hilfe bei Zwangsheirat

Zwangsheirat steht in Österreich unter Strafe, bei einer Verurteilung drohen bis zu fünf Jahre Haft.

Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (V) erklärte: “Mit der Umsetzung des Projekts setzen wir ein deutliches Zeichen, Zwangsheirat ist in Österreich kein Kavaliersdelikt. Die Schaffung von Notwohnungen ist eine logische Konsequenz. Ich bin stolz darauf, dass wir damit den betroffenen Frauen Mut machen können, sich zu befreien.”

“Die Notwohnung soll nicht nur Unterkunft sein. Mädchen und Frauen werden auch beraten und unterstützt, Gewalterfahrungen zu verarbeiten und hinter sich zu lassen”, so Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (S). Damit soll für die jungen Frauen gleichzeitig auch eine Grundlage für ein selbstbestimmtes und unabhängiges Leben geschaffen werden.

Service: Beratungsstelle für Frauen mit Migrationshintergrund.

(APA)

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