Neue Burgtheater-Chefin Bergmann: Heimische Presse reagiert positiv

Die neue Burgtheater-Direktorin Karin Bergmann und Kulturminister Josef Ostermayer
Die neue Burgtheater-Direktorin Karin Bergmann und Kulturminister Josef Ostermayer ©APA
In der österreichischen Presse wurde die Bestellung von Karin Bergmann als interimistische Burgtheaterdirektorin nach der Entlassung von Matthias Hartmann am Donnerstag wohlwollend kommentiert. Die Reaktionen finden Sie hier.
Internationale Reaktionen
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Die Entlassung Hartmanns

Breite Zustimmung fand Karin Bergmanns Ernennung zur Burtheater-Direktorin.

Heimische Medien angetan von Karin Bergmann

“Kurier”: “Die Entscheidung für Bergmann ist in dieser Krisenstimmung wohl die beste. Die erste Frau an der Spitze des Hauses gilt im Ensemble als Integrationsfigur. […] Sie ist ein Theaterprofi durch und durch. Und alles andere als ein ‘Notnagel’, worauf sie selbst großen Wert legt”.

“Kronen Zeitung”: “Das Theater ums Theater ist fürs Erste vorbei. […] Kämpfer für Frauenquoten können zufrieden sein. Bergmann ist die erste Burgdirektorin.”

“Die Presse”: “So sieht eine Lösung aus, die allen frommt: Der Kulturminister beruft die erste Frau in der Burg-Geschichte auf den Chefsessel. […] Bergmann, der Name könnte als Programm genommen werden. Sie wird mehr tragen müssen als die ‘1,20-Meter-Garderobe mit zehn Haken’ als die sie sich bei ihrer Vorstellung bezeichnete. […] Der Burg-Chef, das ist oft ein großmäuliger Narziss, ein Taschenspieler, Tyrann, manchmal gar ein Leuteschinder, der als Regisseur glaubt, seine Mimen mit Gewalt zu Höchstleistungen antreiben zu müssen. Bergmann hat fürs Erste einmal nichts von alledem. Man kennt sie als vernünftig, ruhig, eloquent, hartnäckig, der Sache dienend statt dem eigenen Ego, fleißig – und doch von großer Leidenschaft für die Kunst beseelt.”

Reaktionen auf neue Burgtheater-Direktorin

“Der Standard”: “Kulturminister Josef Ostermayer (SPÖ) hat das Loch in der Burg-Führung mit atemberaubender Hast geschlossen. Das Tempo ist Bestandteil der Therapie. Mit aller Macht soll das wichtigste Theater des deutschen Sprachraums von den Spuren des Finanzdebakels gereinigt werden. […] Künstlerische Zeichensetzungen sind ausdrücklich erwünscht. In Vorfreude auf das, was Bergmann alles bewerkstelligen wird, fällt wiederum die Zurückstellung der künstlerischen Aussage ins Auge. Hermann Beil, der schlohfarbene Paladin an Claus Peymanns Seite, soll der Neo-Intendantin vom fernen Berlin aus mit Rat und Tat zur Seite stehen. […] Vielleicht hätte man nachhaltiger um ihn als Direktor werben müssen. Doch dem stand ja die Hast im Weg. Ist die Politik von der veröffentlichten Meinung erst auf den Geschmack gebracht, lässt sie sich ihr Macher-Image von nachdenklichen Anwandlungen ungern ruinieren.”

“Wiener Zeitung”: “Manchmal schlägt den ewigen Zweiten die Stunde. So ist es nun Karin Bergmann passiert. […] Aber es sind oft diese unsichtbaren Zweitbesetzungen, die sich als die Troubleshooter im Alltag bewähren müssen. […] Natürlich kann man einwenden: Wäre es nicht noch besser, jemanden zu nehmen, der überhaupt nie auch nur in die Nähe von Hartmann und Silvia Stantejsky gekommen ist? […] Die Antwort auf diesen Einwand ist wohl einfach: Nein. Denn es braucht schon einen sehr erfahrenen Einblick, um ein Theater aus einer so massiven Krise zu holen. Das kann keiner, der sich erst ein halbes Jahr einlesen muss.”

(apa/red)

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