Neue Bundesregierung: Nur fünf Frauen

In der neuen Bundesregierung finden sich nur wenige Frauen.
In der neuen Bundesregierung finden sich nur wenige Frauen. ©APA
Nur mit wenigen Damen präsentiert sich die neue Bundesregierung. Mit insgesamt fünf Frauen zählt das Regierungsteam nun eine weniger als das erste von Kanzler Werner Faymann (SPÖ). Weil die Regierungsmannschaft gleichzeitig um zwei Posten verkleinert wird, bleibt die Frauenquote mit knapp einem Drittel aber in etwa gleich.
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Bereits etabliert sind Doris Bures als Infrastrukturministerin sowie Gabriele Heinisch-Hosek als neue Bildungs- und Frauenministerin für die SPÖ. Neu in Faymanns Team ist die 32-jährige Finanzstaatssekretärin Sonja Steßl.

Die Zahl der Frauen ist mit drei gleich geblieben – Claudia Schmied verabschiedete sich ja als Unterrichts- und Kulturministerin nach der Nationalratswahl, Bures und Heinisch-Hosek blieben.In der ÖVP-Führungsmannschaft verringerte sich hingegen der Frauenanteil. Auf dem jüngsten Bild nach dem Parteivorstand zeigt sich, dass in Parteichef Michael Spindeleggers Team Männer die wichtigen Positionen besetzen. Das Finanzressort hat er von Maria Fekter gleich selbst übernommen. Mit Johanna Mikl-Leitner leitet nur noch eine Frau das gewichtige Innenministerium. Klubchef wurde ein Mann, Reinhold Lopatka, auch den Posten des Zweiten Nationalratspräsidenten hat er gegen den Widerstand der ÖVP-Frauen mit Karlheinz Kopf besetzt. Wolfgang Brandstetter übernahm die Justizagenden von der Steirerin Karl und die Neue in Spindeleggers Ministerriege, Sophie Karmasin, bekommt mit dem Familien- und Jugendressort ein “klassisches” Frauenthema.

Geringen Frauenquote in neuer Regierung

Damit sind nun fünf der 16 Minister und Staatssekretäre Frauen (32 Prozent) – etwas weniger als in der vergangenen Legislaturperiode. Von 2008 bis 2013 zählte die Bundesregierung mit ihren damals noch 18 Ministern und Staatssekretären zwischenzeitlich sogar bis zu sieben Frauen (39 Prozent).

Historisch betrachtet war in den ersten zwanzig Jahren der Zweiten Republik überhaupt keine Frau in der Regierung vertreten. Dies änderte sich mit der ersten Sozialministerin Grete Rehor in der ÖVP-Alleinregierung von Josef Klaus 1966. Unter Bruno Kreisky (SPÖ) waren es zunächst eine Ministerin und eine Staatssekretärin und diese Zahlen stiegen dann leicht auf zwei Ministerinnen und sechs Staatssekretärinnen ab 1979. In Viktor Klimas (SPÖ) Regierung waren ab 1997 drei Frauen in Ministerämtern und eine Frau in einem Staatssekretariat vertreten.

Bis 1990 waren maximal zwei Frauen Regierungsmitglieder, geht aus einer Aufstellung des Parlaments-Experten Werner Zögernitz hervor. Hervorzuheben ist lediglich die große Zahl an Staatssekretärinnen in der Ära Kreisky IV. Ab 2003 ist die Zahl der amtierenden Ministerinnen mit sechs bzw. über die gesamte Periode mit sieben gleich geblieben. Im Jahr 2000 in der schwarz-blauen Regierung gab es mit Susanne Riess-Passer (FPÖ) die erste und bisher einzige Vizekanzlerin.

Mehr Infos zur neuen Regierung.

(APA)

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