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NATO: Abgereichertes Uran "Massenvernichtungswaffe"

Die NATO schließt nach Angaben der niederländischen Europa-Abgeordneten Els de Groen (Fraktion der Grünen) mögliche gesundheitliche Folgeschäden durch Uranmunition nicht mehr aus.

Groen sagte am Dienstag in Brüssel: “Die NATO ist
bereit, ihre Haltung zu abgereichertem Uran auf den neuesten Stand zu
bringen. Das ist ein Durchbruch.” Bisher habe die Allianz jegliche
gesundheitliche Auswirkungen der Uranmunition strikt in Abrede
gestellt.

Die NATO wolle allerdings noch die Ergebnisse einer
UNO-Untersuchung zu den Auswirkungen von abgereichertem Uran
(“depleted uranium”, DU) abwarten, die 2010 vorliegen sollen, sagte
Groen. Bis dahin wolle das Militärbündnis den Einsatz von
Uranmunition auch nicht ausschließen. Vertreter des Bündnisses hätten
aber klar gemacht, dass nicht die Allianz, sondern die
NATO-Mitgliedstaaten über den Einsatz derartiger Munition entscheiden
würden.

“Abgereichertes Uran ist eine Massenvernichtungswaffe, die
Zivilisten und Soldaten tötet und die Umwelt für Milliarden von
Jahren verseucht”, sagte Massimo Zucchetti, Professor für
Risikoanalysen und Strahlenschutz an der Universität Turin. In
Italien seien 2.500 Soldaten nach dem Einsatz von Uranmunition auf
dem Balkan an Krebs erkrankt, sagte Zucchetti. Allein schon als
Schutzmaßnahme müssten DU-Geschoße verboten werden. In einem heuer
erschienenen Buch trug Zucchetti neue wissenschaftliche Erkenntnisse
zusammen, zu sehen sind darin auch schockierende Fotos von
Krebsopfern und Missbildungen Neugeborener im Irak.

Gemeinsam mit Ria Verjauw von der “Internationalen Koalition zum
Verbot von Uranwaffen” forderte der Wissenschaftler eine weltweite
Sperre der Uranmunition nach dem Vorbild von Landminen und
Streubomben. Groen kritisierte die zögerliche Haltung der
EU-Kommission in dieser Angelegenheit. Trotz Zusagen von
EU-Außenkommissarin Benita Ferrero-Waldner vom vergangenen Mai, die
Gefährlichkeit von abgereichertem Uran anhand neuer Untersuchungen
neu einzuschätzen, “ist bisher nichts passiert”, beklagte die
Europaabgeordnete.

Abgereichertes Uran (“depleted uranium”, DU) ist ein Abfallprodukt
aus der Urananreicherung von Brennelementen für Kraftwerke. Es ist
bedeutend weniger radioaktiv als das in freier Natur vorkommende
Uran. DU-Waffen zertrümmern wegen ihrer hohen Dichte nicht nur
gepanzerte Fahrzeuge, sie sind auch verhältnismäßig billig.
Uranmunition wurde von den US-Streitkräften erstmals in großem Stil
1991 im Golfkrieg gegen den Irak eingesetzt. Auch im Kosovo-Krieg der
NATO gegen Serbien 1999 und im US-geführten Irak-Krieg 2003 wurden
derartige Geschoße eingesetzt.

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