Nach Leichenfund: Tod vor mindestens vier Wochen eingetreten

Mord und Selbstmord nach wie vor denkbare Ursache
Mord und Selbstmord nach wie vor denkbare Ursache
Der Mann und die Frau, deren sterbliche Überreste am Samstag in einer Zwei-Zimmer-Wohnung in Wien-Landstraße gefunden wurden, sind vor mindestens vier Wochen gestorben. Das haben erste Erkenntnisse nach der Leichenbeschau ergeben. "Der Tod liegt sicher einen Monat, möglicherweise bis zu sechs Wochen zurück", gab Thomas Keiblinger von der Landespolizeidirektion am Sonntag bekannt.


Nach wie vor ungeklärt ist die Identität der beiden Toten. An der Adresse in der Ungargasse war ein Mann gemeldet. Ob es sich bei dem Toten, der an einem Türstock erhängt vorgefunden wurde, um den Mieter handelt, steht nicht fest. “Die Leichen waren in einem derart stark verwesten Zustand, dass eine Zuordnung zu Lichtbildern nicht möglich war”, erläuterte Keiblinger. Klarheit dürfte diesbezüglich erst ein DNA-Gutachten schaffen.

Eine Bekannte des Mieters hatte sich an die Polizei gewandt, nachdem es ihr länger nicht gelungen war, mit diesem Kontakt aufzunehmen. Als Beamte am Samstag in der Wohnung nachschauen wollten, schlug ihnen bereits im Stiegenhaus Verwesungsgeruch entgegen. Die Feuerwehr öffnete kurz nach 10.00 Uhr die Wohnung, wo die Einsatzkräfte auf die Toten stießen. Die weibliche Leiche befand sich am Fußboden des Wohnzimmers.

Ob der Frau äußerlich sichtbare Verletzungen zugefügt worden waren, war nicht mehr feststellbar. Die Polizei hält Mord und anschließenden Selbstmord für eine denkbare Variante. Da in der Wohnung aber keine Kampfspuren und keine mögliche Tatwaffe entdeckt wurden, muss nicht zwangsläufig ein Gewaltdelikt vorliegen. Auch erweiterter Selbstmord kann derzeit nicht ausgeschlossen werden.

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