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Mutter und Töchter tot in Wien-Floridsdorf aufgefunden: Obduktion ergab Tod durch Verhungern

Die Frau und ihre beiden Töchter wurden in der Wohnung in Floridsdorf entdeckt.
Die Frau und ihre beiden Töchter wurden in der Wohnung in Floridsdorf entdeckt. ©APA/Hans Klaus Techt
Am Dienstag wurden in einer Wohnung in Wien-Floridsdorf die Leichen einer 45-jährigen Frau und deren beiden Töchter aufgefunden. Erste Untersuchungen haben ergeben, dass die Frauen verhungert sind.
Familie war Jugendamt bekannt
Drei Leichen in Wohnung entdeckt

Eine Mutter und ihre beiden erwachsenen Zwillingstöchter sind laut Polizei in ihrer Wohnung in Wien-Floridsdorf verhungert. “Eine gerichtliche Obduktion wurde durchgeführt. Nach aktuellem Stand kann von einem Tod durch Verhungern ausgegangen werden”, berichtete Polizeisprecher Patrick Maierhofer am Donnerstag. Der Todeszeitpunkt wird auf Ende März bzw. Anfang April geschätzt. Erst am Dienstag dieser Woche waren die Leichen der 45-jährigen Frau und ihrer beiden Töchter im Alter von 18 Jahren entdeckt worden.

“Eine erste toxikologische Untersuchung ergab keine Spuren einer Vergiftung. Detailuntersuchungen werden in den kommenden Wochen noch durchgeführt”, sagte Maierhofer. Ein Gewaltverbrechen hatten die Ermittler des Landeskriminalamtes Wien, Gruppe Tulzer schnell ausgeschlossen.

Frauen lebten isoliert

Die Frau und ihre beiden Töchter hätten sehr isoliert gelebt, selten die Wohnung verlassen und wenn, dann nur gemeinsam, hieß es am Donnerstag von den Ermittlern. Die Hintergründe der Tragödie seien unklar. Es gebe kein Motiv, keine Abschiedsbriefe und keine Hinweise auf Gewalt oder Zwang.Die Ermittler hätten in der Wohnung auch keine Lebensmittel gefunden, sagte Polizeisprecher Patrick Maierhofer am Donnerstag. Aufgrund der Isolation gebe es kaum Informationen aus dem Umfeld der Toten.

Mutter und zwei Töchter tod in Wohnung in Wien-Floridsdorf aufgefunden

“Es waren schüchterne Kinder, ruhige Mädchen in der Pubertät”, beschrieb Andrea Friemel von der Wiener Kinder- und Jugendhilfe (MA 11) die Zwillinge. In der Schule seien sie als Integrationskinder geführt worden. Dabei spielte wohl eine nicht näher erläuterte “Entwicklungsverzögerung” eine Rolle. Im Herbst 2016, nicht mehr schulpflichtig, wurden die Jugendlichen von der Schule abgemeldet.

Im Dezember 2016 kam die Familie daraufhin auch in Kontakt mit der Behörde. Ehrenamtliche Betreuer aus einem Mentorenprojekt schalteten das Jugendamt ein. Die “Abklärung der Situation” endete im März 2017, ohne dass die Mag Elf ab diesem Zeitpunkt noch eine Notwendigkeit für weitere Maßnahmen gesehen hätte. Das Amt habe sich, wie in solchen Fällen üblich, als Ansprechpartner für die Zukunft angeboten.

“Es gab nichts in der Eigenwahrnehmung der Kolleginnen”, betonte Friemel. Wohl habe bei den Teenagern eine “Entwicklungsverzögerung” vorgelegen, “die je älter die Kinder sind immer augenscheinlicher wird”. Über eine schwerere Beeinträchtigung geistiger oder physischer Art finde sich aber nichts in den Unterlagen. Die Zwillinge dürften demnach nicht hilflos gewesen sein. “Wäre so etwas wahrgenommen worden, hätte es automatisch mehr an Unterstützung, auch finanzieller Natur, gegeben.” Die alleinerziehende Mutter hätten “finanzielle Themen” augenscheinlich bedrückt.

Betreuung der Familie in Floridsdorf endete 2017

Grundsätzlich sei festzuhalten, dass die Betreuung durch die Behörde im Frühjahr 2017 endete. Die Einschätzung des Jugendamts beziehe sich daher auf die Situation von vor zwei Jahren, betonte Friemel. Sie sei sehr bestürzt über den Tod der drei Frauen und habe keine Erklärung. “Es ist seither nichts mehr gemeldet worden”, weder von offiziellen Stellen, noch aus dem Umfeld oder von Verwandten.

Die Wiener Kinder- und Jugendhilfe ist unter der Servicenummer 01/4000/8011 von Montag bis Freitag von 8.00 bis 18.00 Uhr erreichbar. Angehörige, Nachbarn und andere Menschen, die sich um Schutzbedürftige Sorgen machen, können sich an diese Stelle wenden, rief Andrea Friemel in Erinnerung.

(APA/Red)

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