Mubarak zu lebenslanger Haftstrafe verurteilt

Ägyptens Ex-Präsident Mubarak ist wegen Mitschuld an den tödlichen Schüssen auf mehr als 800 Demonstranten des Arabischen Frühlings zu lebenslanger Haft verurteilt. Damit ist der 84-Jährige am Samstag von einem Gericht in Kairo als erster arabischer Herrscher für seine Taten bestraft worden. Mubarak, der nahezu drei Jahrzehnte an der Macht gewesen war, kann gegen das Urteil Einspruch einlegen.


Die Staatsanwaltschaft hatte die Todesstrafe gefordert. Vom Vorwurf der Korruption wurde Mubarak freigesprochen, wobei ägyptische Juristen nicht ausschließen wollen, dass er demnächst noch in weiteren Korruptionsfällen angeklagt werden könnte, die bisher noch nicht von der Justiz aufgerollt wurden.

Mubarak, der im Gerichtssaal auf einem Krankenbett lag, blieb während der Urteilsverkündung ruhig. Er trug eine dunkle Sonnenbrille. Nach seiner Verurteilung wurde er in die Intensivstation eines Gefängniskrankenhauses gebracht, wie der TV-Nachrichtensender Al-Arabiya berichtete. Zum Abschluss eines zehn Monate langen Prozesses erhielt auch der frühere Innenminister Habib al-Adli eine lebenslange Freiheitsstrafe. Dagegen sprach der den Vorsitz führende Richter Ahmed Refaat die Söhne Mubaraks, Alaa und Gamal, vom Vorwurf der Korruption frei. Die beiden bleiben aber in U-Haft, weil sie noch in weiteren Verfahren angeklagt sind.

Nach den Urteilen protestierten in Ägypten tausende Menschen gegen die herrschenden Militärs. Die Demonstranten in Kairo und anderen Städten des Landes zeigten sich am Samstagabend vor allem erzürnt über den Freispruch von sechs hochrangigen Sicherheitsbeamten. “Wenn wir keine Gerechtigkeit für unsere Märtyrer bekommen, werden wir wie sie sterben”, skandierte die Menge auf dem Tahrir-Platz im Zentrum der Hauptstadt. Auch aus Alexandria und anderen Städten wurden Demonstrationen gemeldet.

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