MQ-Chef Christian Strasser wird zum Burgtheater-Einspringer

MQ-Chef Strasser wird Georg Springer nachfolgen
MQ-Chef Strasser wird Georg Springer nachfolgen ©APA
Christian Strasser, seines Zeichens MQ-Chef, wird nach dem freiwilligen Rückzug von Georg Springer für diesen einspringen. Der 51-jährige Oberösterreicher wird künftig dessen Amt als Geschäftsführer der Bundestheater-Holding innehaben.
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Der rasante Aufstieg des Christian Strasser: Als Manager des Linzer Kulturzentrums Posthof und oberster Gebäude- und Immobilienmanager der Stadt Linz erwarb sich der Jurist einen guten Ruf, 2011 wurde er zum Chef des Wiener Museumsquartiers berufen. Keine drei Jahre später hat der Oberösterreicher nun den Aufsichtsratsvorsitz im Burgtheater von Georg Springer übernommen – mit der Option auf mehr.

Strasser war schon im Burgtheater-Aufsichtsrat

Strasser saß bereits seit 2009 in den Aufsichtsräten der Holding-Töchter Burgtheater, Staatsoper, Volksoper und der Theaterservice GmbH, die nach dem Rückzug Springers allesamt ihren Vorsitz neu wählen müssen. Nicht unwahrscheinlich, dass Strasser nach der heutigen Kür im Kontrollgremium des Burgtheaters auch bei den anderen Häusern an die Spitze gewählt wird. Der Vertrag des 51-Jährigen im Museumsquartier, der noch bis 2016 läuft, soll davon vorerst nicht beeinträchtigt sein. Ob sich der Kulturmanager mit seiner Funktion als Einspringer jedoch für höhere Weihen – Springers Vertrag als Holding-Chef läuft schließlich mit Ende des Jahres aus – empfiehlt, wird sich weisen.

Werdegang des neuen Geschäftsführers

Geboren wurde Strasser am 21. April 1962 in Gschwandt bei Gmunden. Er studierte Rechtswissenschaften an der Universität Linz, besuchte die Linzer Internationale Managementakademie und schloss 1999 den Lehrgang “Global Executive Master of Business Administration” (MBA) der University of Toronto erfolgreich ab.

Seinen Einstieg in die Kulturszene lieferte er 1981-84 als Kulturreferent der Österreichischen Hochschülerschaft. Damals gehörte die Organisation von Auftritten Helmut Qualtingers, der EAV oder der Drahdiwaberln zu seinem Aufgabenspektrum – Plakatieren sowie Auf- und Abbau inklusive. Die gewonnene Begeisterung konnte Strasser dann 1985-99 als Manager des Linzer Posthofs ummünzen.

Als Initiator des Österreichischen Kleinkunstpreises und des Tanzproduktionspreises sowie mit einer engagierten Posthof-Programmierung war Strasser an dem damals in die Wege geleiteten Imagewandel von der Stahl- zur Kulturstadt nicht unerheblich beteiligt. 1995/96 war er als Prokurist auch am Aufbau einer weiteren renommierten Linzer Institution beteiligt: dem Ars Electronica Center.

Wechsel in die Immobilienbranche

1999 folgte dann der Wechsel in ein gänzlich anderes Fach – die Immobilienbranche. Strasser übernahm die Leitung des Gebäudemanagements der Stadt Linz. Als solcher war er für die Verwaltung, Instandhaltung und das Facility Management von rund 400 Objekten verantwortlich, darunter nicht zuletzt auch über 30 Wirtshäuser.

Seit 2005 war Strasser zusätzlich als Geschäftsführer der Immobilien Linz GmbH & Co KG und der Immobilien Linz GmbH für An- und Verkauf von Immobilien verantwortlich. Den Posten mit einem Budget von 100 Mio. Euro und 350 Mitarbeitern verließ Strasser schließlich mit 1. Oktober 2011 und wechselte ins Kulturareal des Museumsquartiers.

Wien-Bezug Strassers

Wien war für Strasser zu diesem Zeitpunkt schon kein gänzlich unbekanntes Pflaster mehr: Neben den Bundestheater-Aufsichtsräten sitzt er auch im Kontrollorgan der Vereinigten Bühnen Wien und war für die Stadt Wien als Obmann des Theatervereins Eigentümervertreter in Einrichtungen wie dem Brut. Letztere Funktion hat Strasser aus Unvereinbarkeitsgründen jedoch aufgegeben.

(apa/red)

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