Mordfall Kührer: Ermittlungen dauern an, baldige Beisetzung unrealistisch

Julia Kührer könnte Begräbnis bekommen - wenn die Ermittlungen abgeschlossen sind
Julia Kührer könnte Begräbnis bekommen - wenn die Ermittlungen abgeschlossen sind ©APA
Die Leiche der 16-jährigen Julia Kührer wurde bereits vor vier Monaten in einem Erdkeller gefunden. Nun soll das Mädchen auf Wunsch der Eltern noch vor Weihnachten begraben werden. Dass die Ermittlungen bis dahin abgeschlossen sind, ist laut den Gutachtern jedoch unrealistisch.
Test mit Brandbeschleuniger
Fall Kührer: Polizei am Fundort
Knochenteile gefunden

Die Voraussetzung für eine baldige Beisetzung der Gebeine Kührers ist, dass alle Gutachten erfolgreich abgeschlossen werden können. Das Begräbnis ist der Familie Kührer ein besonderes Anliegen, wie Anwalt Gerald Ganzger gegenüber ORF NÖ angab. Doch die Umstände des Mordes sind trotz umfassender Ermittlungen immer noch nicht geklärt – und eine baldige Freigabe der Leiche erscheint zunehmend unwahrscheinlich.

Kein Ende der Ermittlungen im Fall Kührer absehbar

Zuletzt ergab ein nachgestellter Test zumindest Details zum Tathergang – der Täter dürfte die Leiche von Julia Kührer mittels Brandbeschleuniger angezündet und diese dann stundenlang gebrannt haben. Doch für die Staatsanwaltschaft Korneuburg sei noch kein Ende der Erhebungen in Sicht, wie Sprecher Friedrich Köhl am Freitag der APA mitteilte.

Die Gutachter seien nach wie vor damit betraut, die Überreste des Mädchens auf Todeszeitpunkt und -ursache zu untersuchen, was noch eine unbestimmte Zeit in Anspruch nehmen werde. Eine baldige Freigabe der Leiche und damit ein Begräbnis ist daher für Köhl derzeit “unrealistisch”. Man hoffe nach wie vor, herauszufinden, wie Julia Kührer umkam.

Alle Verdächtigen wieder auf freiem Fuß

Die Schülerin aus Pulkau im Bezirk Hollabrunn verschwand am 27. Juni 2006. Nach jahrelangen Ermittlungen rollte das Bundeskriminalamt den Fall neu auf. Im Mai 2010 wurden drei Verdächtige festgenommen, aber kurz darauf mangels Indizien wieder enthaftet. Am Abend des 30. Juni 2011 entdeckten dann Nachbarn – durch Zufall, wie es hieß – das Skelett des Mädchens in einem Erdkeller auf einem Grundstück im nahen Dietmannsdorf.

Der Eigentümer, ein 50-jähriger Wiener, wurde vorübergehend festgenommen, musste aber wieder entlassen werden, weil nach Ansicht des Gerichts “kein dringender Tatverdacht” bestand. Er befindet sich nach wie vor auf freiem Fuß. Nun liegt es bei der Staatsanwaltschaft, zu entscheiden, ob es zu einer Anklage kommen oder das Verfahren eingestellt wird. Es ist nicht auszuschließen, dass die Umstände des Falles Julia Kührer niemals restlos geklärt werden können.

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