Modellprojekte für zweites Kindergartenjahr

Das Staatssekretariat für Integration startet ab Herbst mit den Bundesländern Salzburg und Niederösterreich Modellprojekte für eine Art zweites Pflicht-Kindergartenjahr light. In den Modellregionen Oberpinzgau und St. Pölten-Land sollen vermehrt Vierjährige mit Sprachdefiziten zum Kindergartenbesuch bewogen werden, verpflichtend ist der Besuch aber vorerst nicht.

Staatssekretär Kurz pocht aber auf die Einführung eines zweiten Pflichtjahres für jene, die es brauchen. Derzeit besteht Kindergartenpflicht für Fünfjährige. Kurz sieht aber weiteren Bedarf. 80 Prozent der Kinder, deren Muttersprache nicht Deutsch ist und die keinen Kindergarten besuchen, hätten beim Schuleintritt einen erhöhten Sprachförderbedarf, erklärte er am Mittwoch. Es sei klüger, früher mehr zu investieren als später zu reparieren. Vorgeschlagen hatte ein zweites verpflichtendes Kindergartenjahr für jene, die nicht Deutsch können, vergangenes Jahr auch der Expertenrat im Integrationsstaatssekretariat.

Zwei Modellregionen

Ein Zwischenschritt dazu sollen nun zwei Modellregionen sein. Die Einschreibung wird vorverlegt, womit die Sprachstandsfeststellung früher stattfinden kann. Im Oberpinzgau machen zehn Gemeinden mit, erläuterte die Salzburger Landesrätin Widmann. Die vorgezogene Einschreibung mit vier werde verpflichtend sein, im Rahmen eines Schnuppertages finde die Sprachstandfeststellung statt. Danach würden “intensive Elterngespräche” geführt.

Bedarf soll abgeklärt werden

Jene, die in der Modellregion St. Pölten-Land nicht zur Einschreibung kommen, erhalten Einladungen, um den Kindergarten kennenzulernen, erklärte die niederösterreichische Landesrätin Schwarz. Mit Hilfe von Fachleuten soll dann abgeklärt werden, welche Kinder besonderen Bedarf haben, im Rahmen von Eltern-Kind-Gruppen sollen die Betroffenen an den Kindergartenalltag herangeführt werden.

Angesprochen werden sollen nicht nur Kinder mit Migrationshintergrund, sondern auch mit deutscher Muttersprache, betonten die Politiker. Widmann verwies darauf, dass in der Region stark Dialekt gesprochen werde und es auch Kinder gebe, die deswegen Probleme haben.

 

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