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Mittelmäßige Integrationsförderung von behinderten Kindern in Salzburg

Wien/Salzburg - Weniger als die Hälfte der Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf besuchen in Salzburg Integrationsklassen. Trotz des Rechts der Eltern zu entscheiden, ob ihr Kind an einer Integrationsklasse unterrichtet werden soll, zeigen diese Zahlen, dass Eltern in ihrer Wahlmöglichkeit eingeschränkt sind.

Seit 1993 haben Eltern in Österreich das Recht zu entscheiden, ob ihr behindertes Kind in einer Sonderschule oder einer Integrationsklasse an einer Volksschule unterrichtet werden soll. 1996 wurde die Wahlmöglichkeit auf Hauptschule und AHS-Unterstufe ausgeweitet. Ob die Eltern aber tatsächlich wählen können, unterscheidet sich je nach Bundesland stark: So haben laut Statistik Austria im Schuljahr 2008/09 in der Steiermark 81,2 Prozent der Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf (SPF) aufgrund geistiger bzw. schwerer körperlicher Behinderung oder Lernstörung eine Integrationsklasse besucht, in Niederösterreich hingegen nur 28,3 Prozent.

Einen ebenfalls hohen Grad an Inklusion, also gemeinsamen Unterricht mit nicht-behinderten Schülern, gibt es in Oberösterreich (70,0 Prozent), im Burgenland (67,8) und in Kärnten (63,0). In Wien gehen 55,9 Prozent der SPF-Schüler in Integrationsklassen. Weniger als die Hälfte sind es in Salzburg (48,0), Vorarlberg (36,1) und Tirol (34,3).

Ewald Feyerer, Experte für Inklusive Pädagogik an der Pädagogischen Hochschule (PH) Oberösterreich, begründet die großen Unterschiede gegenüber der APA mit lokalen Traditionen und Einstellungen gegenüber der Schulform Sonderschule. Das Problem in Bundesländern mit geringem Angebot an Integrationsklassen laut Feyerer: Dort würden vor allem viele sozial schwache Schüler mit Lern- und Verhaltensbehinderungen in Sonderschulen landen.

Die Zahl der Schüler, bei denen SPF diagnostiziert wird, ist seit der Einführung von Integrationsklassen Mitte der 1990er Jahre gestiegen. Hatten 1994/95 noch 2,94 Prozent aller Schüler in Volksschule und Hauptschule sonderpädagogischen Förderbedarf, waren es 1999/2000 bereits 3,31 Prozent, 2006/07 3,42 Prozent und im Schuljahr 2008/09 sogar 4,7 Prozent.

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