Maximo Park im Interview: „Wir wollen nicht wie andere Bands klingen“

Voller Überraschungen: Maximo Park zeigen sich vielseitiger denn je.
Voller Überraschungen: Maximo Park zeigen sich vielseitiger denn je. ©Dean Chalkley
Am 31. Jänner präsentiert die Band aus dem englischen Newcastle ihr neuestes Studiowerk „Too Much Information". Warum Maximo Park darauf nicht immer wie Maximo Park klingen, was sie von Mode-Hypes in der Musikindustrie halten und was sie am liebsten tun, wenn sie mal in Wien sind, verriet uns Gitarrist Duncan Lloyd im Interview.
Maximo Park auf der Bühne

Wir erinnern uns zurück: Anno 2005 schlug die damals noch recht unbekannte Formation aus dem beschaulichen Newcastle mit ihrem Debütalbum „A Certain Trigger” genau am Puls der Zeit ein – Maximo Park gelang damals ein Durchbruch, der die Indie Rock-Szene kräftig aufwirbelte. Zusammen mit Franz Ferdinand wurden die Jungs zu den Musterschüler der sogenannten „School of 2005″.

Seit dem hat sich einiges getan, Maximo Park veröffentlichen nun ihr bereits fünftes Studioalbum. Dabei ist das letzte Werk „The National Health” (2012) noch gar nicht so alt – warum bereits die nächste Platte? „Wir konnten nicht mit dem Schreiben aufhören. Es gab schon Dutzende Ideen für weitere Songs, es war also ganz natürlich für uns, gleich weiterzumachen, ” erklärt Gitarrist Duncan Lloyd die Arbeitswut von Maximo Park. „Too Much Information” lautet der Titel des neuen Werkes. „Der Name gefiel uns, weil das Album vielleicht wirklich ‚zu viel’ für manche enthält – es ist eben eine breite Mischung diesmal, wir wollten mehr experimentieren. Es ist auch das Album, bei dem wir uns die bisher meisten Freiheiten genommen haben, weil wir es komplett selbst produziert haben. Es war ein aufregender Entstehungsprozess.”

Klingen nicht immer wie Maximo Park

Den Wunsch nach mehr Experimentieren hört man bei einigen der neuen Songs deutlich – besonders die psychodelisch-elektronisch anmutende Single „Brain Cells” klingt so gar nicht nach der Band, von der man eher flott-fröhliche Rock-Klänge wie bei „Apply Some Pressure” oder „Girls Who Play Guitars” gewohnt ist. Synthie und Co. liegen ja gerade stark im Trend – wollten Maximo Park vielleicht auf den Beat-Zug aufspringen? „Weil es derzeit viel Material in der Art gibt, vermutet man das wohl automatisch. Aber nein, wir wollten da bei keinem Hype mitmachen, das war zumindest keine bewusste Entscheidung. Wir wollen nicht wie irgendwelche anderen Bands klingen, jetzt nicht und auch in Zukunft nicht.”

Eingefleischte Maximo Park-Fans der ersten Stunde werden vielleicht anfangs stutzig werden bei dem experimentellen Sound. Wie waren die Reaktionen bisher auf das neue Album? „Die Leute haben größtenteils ziemlich cool darauf reagiert. Klar, einige sind sich noch unsicher – aber man kann einfach nicht immer jedem gefallen.”

Live in Wien im Februar

Zwischen dem letzten und dem neuen Album lag praktisch keine Pause – Maximo Park sind aber gerne rastlos. „Ich liebe einfach dieses Gefühl, wenn man zur Gitarre greift und schon in den Fingern spürt, dass da etwas Neues entsteht”, grinst Lloyd. Wenn sie doch mal eine Atempause nehmen möchten, ist es Daheim doch am schönsten. „In Newcastle hat man manchmal wirklich das Gefühl, in einer anderen Welt zu sein. Das ist nicht immer positiv – man ist schon recht abgeschnitten dort. Dafür ist man in nicht mal 20 Minuten am Meer, wenn man will. Man kann dort atmen und von allem mal ein wenig entkommen.”

Auf ihren nächsten Gig in Wien freut sich die Band aber allemal. „Wir werden dabei nicht nur neue Songs spielen, sondern quer durch die Bank gehen. Die Leute können sich auf eine tolle Show freuen!” Was machen Maximo Park abseits der Bühne, wenn es sie mal nach Wien verschlägt? „Wir gehen immer ins Museumsquartier und trinken dort gemütlich Kaffee – das ist schon sehr fein. Und danach landen wir meist in irgendeinem Plattenladen und stöbern dort einfach stundenlang.”

Too Much Information” (Universal) erscheint am 31. Jänner 2014. Live in Wien gastieren Maximo Park am 15. Februar im Flex.

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