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Max Merkel ist gestorben

Max Merkel ist tot. Der gebürtige Wiener starb am Dienstagabend im Alter von 87 Jahren in seinem Haus bei München. Die Fußball-Trainer-Legende war als Kolumnist für seine markanten Sprüche bekannt.

Der gebürtige Wiener, der am 7. Dezember 1918 als Sohn eines preußischen Offiziers und einer Wienerin geboren wurde, war bis ins hohe Alter stets am Ball. Er besuchte immer noch die Stadien und schrieb bis zuletzt Kolumnen für die “Bild”-Zeitung, die ihm just in der Mittwoch-Ausgabe – vor Bekanntwerden seines Todes – eine Seite als Dank für seine 29-jährige Tätigkeit widmete. “MM” war ein Markenzeichen im internationalen Fußball, mit seinem Wiener Schmäh machte sich der gelernte Maschinenbau-Ingenieur im Ausland unabhängig von seinen Erfolgen einen Namen.

Begonnen hatte alles beim SK Rapid. Er wurde Verteidiger, obwohl er lieber Stürmer gespielt hätte und debütierte 1935 als 17-Jähriger in der “Ersten”. Abwehrspieler (u.a. neben Ernst Happel) blieb er während der gesamten Karriere, die er mit 35 Jahren und zwei Länderspielen (je eines für Deutschland/1939 und Österreich/1952) beendete. Seine Spieler-Laufbahn führte ihn 1938 zum Wr. Sportclub, während des Krieges zu einem Luftwaffen-Team nach München, zum Ostmark-Verein Markersdorf, zur Vienna und 1946 wieder zurück nach Hütteldorf. Dort wurde er viermal Meister (1948, 1951, 1952, 1954), sein letztes Match bestritt er im März 1954.

Danach wechselte Merkel ins Trainer-Lager und verdiente sich weltweit seine Lorbeeren. Erste Station des “strammen Max” war 1954 ADO Den Haag, die letzte vor rund 20 Jahren der FC Zürich. Der “Peitschenknaller” wurde mit seinen Vereinen viermal Meister (Rapid 1957, 1860 München 1966, 1. FC Nürnberg 1968, Atletico Madrid 1973), zweimal Cupsieger (1860 München 1964, Atletico 1972) und erreichte mit 1860 auch einmal das Finale im Europacup der Cupsieger (1965 in London gegen West Ham United/0:2). Merkel betreute außerdem das niederländische Nationalteam (1955/56).

Nach der Trainer-Ära arbeitete er in der Tabakbranche, als Autor und Kolumnist. Da war niemand vor seinen beißenden Kommentaren gefeit:

  • “Von Rapid ist überhaupt nur die grün-weiße Farb’ übrig geblieben. Der Baric hat schon wieder einen Jugoslawen gebracht – das ist immer dasselbe Familientreffen. Wenn der österreichische Fußball nicht lernt, auf eigenen Füßen zu stehen, bleibt er am Boden. Die Jugoslawen, die da kommen, sind zweite und dritte Garnitur und kassieren nur ab.” (1988 über die Situation bei Rapid).
  • “Im ÖFB klappt nix, außer der Mittagspause.” (über die Zustände im Österreichischen Fußball-Bund)
  • “Die hätten statt mir auch einen Medizinmann aus Afrika engagieren können.” (1983 über den desolaten Zustand des FC Zürich, die Entlassung folgte prompt)
  • “Christoph Daum ernährt sich fast ausschließlich von Maccaroni – weil er so beim Essen ungestört durch die Löcher weiterreden kann.” (über den aktuellen Köln-Trainer Christoph Daum)
  • “Wenn der eine Ansichtskarte in den Briefkasten werfen will, braucht er ein Trampolin.” (über Horst Heldt)
  • “Früher hatte er Mühe, Omelett von Hamlet zu unterscheiden.” (über Otto Rehhagel)
  • “Wenn der Kaiser spricht, legen sogar die Engel ihre Harfen beiseite.” (über Franz Beckenbauer)
  • “Sir Assauer sprach oft durch die Nase, um seine perlweißen Jacket-Kronen zu schonen.” (über Rudi Assauer)
  • “Basler ist die teuerste Parkuhr der Welt. Er steht rum und die Bayern stopfen das Geld rein.” (über Mario Basler)
  • “Der lange Koller neben dem schmächtigen Rosicky – ich dachte, da führt einer seinen Yorkshire Gassi.” (über Jan Koller und Tomas Rosicky)
  • “Der läuft, als hättens ihm zwei Pampers-Windeln in die Hose genäht.” (über Frank Neubarth)
  • “Mit dem Mundwerk größer als Pele, Beckenbauer und Cruyff zusammen. Mit den Füßen eher Generalvertreter für Birkenstock-Sandalen.” (über Thomas Berthold)
  • “Lieber 10 Minuten Maradona beim Autowaschen zuschauen, als 90 Minuten Pflügler auf dem Fußballplatz.” (über Hansi Pflügler).
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