Mars-Mission „klappt wie am Schnürchen"

Der Verlauf der ersten europäischen Mars-Mission hat kurz vor dem Ziel eine optimistische Stimmung bei der Europäischen Raumfahrtagentur (ESA) in Darmstadt verbreitet.

 „Es klappt wie am Schnürchen”, sagte die Sprecherin des ESA-Kontrollzentrums, Jocelyn Landeau, am Mittwoch.

In Darmstadt werden mehrere hundert Wissenschafter in der kommenden Nacht zum ersten Weihnachtsfeiertag beobachten, wie das Landegerät Beagle 2 auf der Oberfläche des Roten Planeten aufsetzt. Wichtiger als die Landung ist allerdings, dass der Satellit „Mars Express Orbiter” auf die Umlaufbahn um den Mars einschwenkt. Wenn das Manöver nicht gelänge, wäre die Wissenschaft um vier Jahre Arbeit zurückgeworden, erklärte die Sprecherin. Die Mars-Mission kostet 320 Millionen Euro.

Die rund 1,2 Tonnen schwere Raumsonde fliegt mit knapp 11.000 Stundenkilometern seit 2. Juni dieses Jahres in Richtung Mars. Am 25. Dezember um 3.45 Uhr soll sie die insgesamt 400 Millionen Kilometer zurückgelegt und jenen Punkt erreicht haben, an dem sie auf eine elliptische Flugbahn umgesteuert wird. Dabei nähert sich der Orbiter bis zu 414 Kilometer der Mars-Oberfläche.

Die Vorbereitungen des Anflugmanövers seien früher als geplant erledigt worden, sagte Landeau. Dazu gehörte die Abschaltung von nicht mehr notwendigen Funktionen. Bis Mittwochmittag waren alle Programmierungen erfolgt, so dass die ESA-Experten sich auf Überwachung beschränken konnten.

Wenn die Landung glückt, wird Beagle 2 eine von der britischen Popgruppe Blur komponierte Melodie an den Orbiter funken. In Darmstadt soll das Signal am Donnerstagmorgen gegen 9.00 Uhr ankommen, möglicherweise lässt es aber länger auf sich warten, wie die Sprecherin erklärte.

Das Landemanöver wird etwa eine halbe Stunde dauern: Der 65 Kilo schwere Beagle 2 soll von zwei Fallschirmen gebremst und von drei Airbags abgefedert auf dem Mars aufsetzen. Das Landegerät kann mit einem Spezialbohrer „Pluto” erstmals auf einem fremden Planeten unterirdische Bodenproben aus einem Meter Tiefe nehmen und analysieren. Wissenschaftler vermuten, dass sich auf dem Mars einfache Lebensformen wie beispielsweise Mikroben entwickeln konnten. Aus dem Orbit soll der Satellit zwei Jahre lang nach Wasser und Leben auf dem Mars suchen. Ein Spezialradar kann Wasser noch in fünf Kilometern Tiefe aufspüren. Ein Spektrometer sucht nach Mineralien, deren Vorkommen auf Wasser hindeutet. Außerdem soll mit neuen Aufnahmen eine Landkarte des Roten Planeten erstellt werden.

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