Marika Lichter ist Österreichs „Dancing Star"

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Das Zittern hat ein Ende, die Würfel sind gefallen: Österreich hat eine neue Tanz-Instanz namens Marika Lichter. Der Musical-Star und Tanzpartner Andy Kainz siegten bei der ORF-Show „Dancing Stars“.

Publikumsliebling Toni Polster und Partnerin Michaela Heintzinger wurden „Vize“. Bereits in der Juroren-Wertung lag der Musical-Star mit 115 zu 105 Punkten vor ihrem Kontrahenten – das Zuseher-Voting bestätigte dieses Ergebnis, mit dem selbst die Gewinner nicht gerechnet hatten: Marika: „Ich glaubs nicht“ – Tanzpartner Andy Kainz: „Ich bin überrascht“.

Eine zu Tränen gerührte Lichter sagte bei einer Pressekonferenz nach der Show: „Ich bin noch sprachlos und überwältigt und hätte im Juli, als mich der ORF gefragt hat, ob ich nicht bei einer Tanzshow mitmachen möchte, nie daran gedacht, dass ich siegen könnte. Meine erste Reaktion damals war, ob es ihnen noch gut geht – ich bin doch keine Ballerina.“

„Wir haben gegen hervorragende Sieger verloren”

Der Fußballer im Ruhestand hingegen war damals der Erste, der sich sofort und ohne Zögern bereit erklärt hat, mitzumachen, lobte nach der Show ORF-Programmdirektor Reinhard Scolik. Der Unterlegene selbst sagte: „Wir haben gegen hervorragende Sieger verloren. Das Ergebnis ist hundertprozentig korrekt.“ In Richtung der Siegerin fügte er schmunzelnd hinzu: „Du hängst jetzt in jedem Spind in der Kaserne.“


Zwölf Wochen, über 1.000 Tanzstunden, zehn erlernte Gesellschaftstänze und ein Showtanz waren dem Sieg am Freitagabend vorausgegangen. Zuvor hatte der smarte Ex-Kicker seiner „Kontrahentin“ ein „Duell der Superlative“ und „Kampf bis zum Letzten“ angedroht. Drei finale Tänze entschieden letztendlich über den Sieg.


Publikumsliebling Polster machte bei der Live-Show mit einem etwas verbissenen aber gut getrippelten Quickstepp zum Gershwin-Klassiker „I Got Rhythm“ den Anfang. Jurorin Nicole Burns-Hanson hielt diesen Tanz für „den besten, den Polster je in einer Sendung abgeliefert hat“. Lichter konterte mit einem anspruchsvollen und sehr harmonisch, vorgetragenen aber insgesamt unspektakulären Slowfox zu „Fever“. Eine sehr euphorische Richterin Dagmar Koller schwärmte vor allem von Lichters Tanzpartner: „Andy ich träume bereits von dir.“

In der nächsten Runde schmolz ein schmachtender Polster mit einem Rumba zu den Tönen von „How deep is your love“ von den Bee Gees (Nedball: „Das war ein wahrer Bodyflirt mit der Partnerin“) dahin. Der 56-jährige Musical-Star Lichter legte daraufhin einen Paso Doble zu einem „Carmen“-Medley aufs Parkett.

Höchstwertung für Polster

Den Abschluss bildeten die so genannten Showtänze. Lichter und Kainz erschienen in blauer ABBA-Montur und tanzten zu den Klassikern der schwedischen Kultband. (Koller: „Mir fällt jetzt eigentlich gar nichts ein, denn die Kostüme g’falln mir überhaupt nicht. Ich würde zwei Menschen, wie die beiden, so nicht auftreten lassen.“) Der Fußball-Rentner lieferte seinen vorerst letzten Tanz auf den ORF-Brettern. Für seinen „freien Vortrag“ zu einem Austro-Pop-Medley erhielt das Paar die Höchstwertung: 40 Punkte. (Nedball: „Dem Tanzsport ist ein Jahrhunderttalent entgangen“ – Polster: „Das seh ich genau so.“)

Die Gewinner erhielten am Freitag nicht nur den Titel „Dancing Stars“, sondern auch 40.000 Euro, die vom Filmkonzern „Buena Vista – International“ zur Verfügung gestellt wurden. Die Finalisten widmeten diesen Gewinn einem Tanzprojekt im steirischen Radkersburg – einem „Tanzprojekt für misshandelte Kinder“, so Lichter.


Ein Wiedersehen gab es in der vorerst letzten Folge auch mit allen bereits ausgeschiedenen Dancing-Stars, die ihre Highlights tanzten und bewiesen, dass sie nach immerhin 1.000 Tanzstunden noch nicht alles wieder verlernt hatten. Kleines Schmankerl am Rande war der italienische Schnulzenbarde Patrizio Buanne. Für alle, die ob des vorübergehenden Endes der Familien-Unterhaltungsshow betrübt sind, gibt es Hoffnung: von 10. März bis 5. Mai 2006 wird die nächste Staffel laufen.

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