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Mail-Postfächer der Wiener SPÖ wurden gehackt

Die Wiener SPÖ meldete einen Hackerangriff.
Die Wiener SPÖ meldete einen Hackerangriff. ©APA/ROBERT JAEGER
Bei der Wiener SPÖ hat es offenbar einen Hackerangriff auf einen Mailserver gegeben.

Die Wiener SPÖ berichtete am Montag per Aussendung von "unberechtigten Zugriffen" auf einen Mailserver. 34 von insgesamt 1.800 Postfächern sind demnach betroffen.

Der Vorfall werde mittels Sachverhaltsdarstellung bei der Staatsanwaltschaft angezeigt und gleichzeitig der Datenschutzbehörde gemeldet, hieß es.

34 Mail-Postfächer der SPÖ Wien von Hackerangriff betroffen

Der Hackerangriff ist laut SPÖ im Zuge einer Prüfung der Verbindungsdaten zu einem Mailserver am Dienstag der Vorwoche entdeckt worden. Die Betroffenen wurden informiert.

Außerdem habe die IT-Abteilung unmittelbar technische Maßnahmen gesetzt, um weitere unberechtigte Zugriffe auszuschließen. Eine Expertengruppe soll zudem das Ausmaß und die Umstände des Vorfalls ermitteln.

Die bisherigen Untersuchungen hätten ergeben, dass der erste Zugriff bereits am 8. August stattgefunden habe. Dass die weitere unrechtmäßige Einsichtnahme über einen so langen Zeitraum dauern konnte, wurde damit erklärt, dass die ersten Zugriffe "sehr vorsichtig und langsam" und insofern schwer zu erkennen gewesen seien.

Mailbox von Wiener Bürgermeister nicht betroffen

Mitglieder der Stadtregierung und auch Bürgermeister Michael Ludwig seien insofern nicht vom Zugriff betroffen, als deren Mailpostfächer über Rathaus-Server liefen, erklärte Landesparteisekretärin Barbara Novak in einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz. Es gehe vorrangig um "Mitarbeiter und Funktionäre" der Wiener Roten. Wer hinter dem Angriff steht, liegt laut Novak im Dunkeln: "Die Angreifer sind nicht mit uns in Kontakt getreten."

Man wisse auch nicht, wer hinter dem anonymen Hinweis steckt, durch den die Partei überhaupt erst auf den Vorfall - der am vergangenen Dienstag (19. November) zweifelsfrei bestätigt werden konnte - aufmerksam wurde. Unmittelbar danach seien Sofortmaßnahmen wie Passwortschutz gesetzt worden, um weiteren Schaden zu vermeiden.

Bisher keine Hinweise auf Täter

Fest stehe, dass Dateien eingesehen und vermutlich auch entwendet worden seien, sagte Novak. Über konkrete Inhalte oder Umfang des mutmaßlichen Hacks gebe es aber noch keine Informationen: "Aus jetziger Sicht sind auch keine weiteren Systeme oder Infrastrukturen betroffen." Bei den Zugriffen sei aber kein systematisches Muster, etwa in Bezug auf die rote Organisationsstruktur, zu erkennen.

Die Sache wird jedenfalls sowohl bei der Staatsanwaltschaft als auch bei der Datenschutzbehörde angezeigt. Wann die Wiener SPÖ mit neuen Erkenntnissen in der Causa rechnet, ließ die Landesparteisekretärin offen: "Wir haben keine besonders großen Erfahrungen mit Ermittlungen im Cybercrime-Bereich." Laut Novak könnte es auch sein, dass "die Spur wohl nicht bis zum Ende verfolgbar" sein werde.

(APA/Red)

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