Maikäfer-Sammelaktionen in Vorarlberg gut angelaufen

Die Maikäfer-Sammelaktionen der Gemeinden in der Region Walgau im Süden Vorarlbergs sind nach Angaben der Kommunen gut angelaufen. Die Stadt Bludenz sowie die Gemeinden Ludesch, Thüringen und Nüziders, die einen Euro pro Liter Maikäfer bezahlen, werden nach eigenen Angaben derzeit von regelrechten Schwärmen heimgesucht. Vor allem Kinder betätigten sich in den Osterferien mit großer Begeisterung als Käfersammler.
Maikäfer-Sammelaktion
Walgau: Kopfgeld auf Maikäfer
Bludenz - Walgau jagt den Maikäfer

In Bludenz, wo heuer erstmals seit 25 Jahren wieder Geld fürs Sammeln gezahlt wird, habe das warme Wetter “extremen Maikäferflug” zur Folge, so Stadt-Sprecher Stefan Kirisits. “Unter den Straßenlaternen lagen heute früh regelrechte Maikäferfriedhöfe“, sagte er. Allein am Dienstag seien 30 Liter der Tiere bei der städtischen Grünsammelstelle abgegeben worden. Da ein Weibchen bis zu 100 Eier pro Quadratmeter Boden lege, rechne man in Bludenz mit dem Aufkommen mehrerer Millionen der braunen Insekten, so Kirisits.

In Ludesch, wo bereits in den beiden Vorjahren Sammelaktionen initiiert wurden, hat die Flugzeit erst begonnen. Vergangenes Jahr kamen in der kleinen Gemeinde 112 Liter der Insekten zusammen. In Nüziders wurden seit Anfang der Woche 20 Liter abgegeben. Sogar zum Sammelkaiser krönen lassen kann man sich in Thüringen. “Die drei fleißigsten Sammler erhalten einen Anerkennungspreis der Gemeinde”, erklärte eine Sprecherin.

Maikäfer haben sich zur Plage entwickelt

Befallen werden vor allem Laubbäume, aber bei einem solchen Massenauftreten seien auch Obstbäume und Weinreben in Gefahr, kahlgefressen zu werden, so Ulrich Höfert von der Landwirtschaftskammer. Die gestressten Pflanzen würden zwar neue Blätter bilden, könnten aber Blüten und Fruchtansätze abwerfen. Mehr Sorge bereiteten allerdings die wurzelschädigenden Engerlinge der Folgejahre, diese würden teilweise mit Pilzkulturen bekämpft. Schon in den vergangenen Jahren habe man bei jungen Obstplantagen Ausfälle gehabt. “Die Wurzeln waren teilweise bis zum Stamm hin abgefressen“, berichtete Höfert.

Privaten, die ihre Bäume und ihren Rasen vor Engerlingen schützen wollen, riet Höfert dazu, das Gras bei starkem Maikäferflug nicht zu mähen und vor allem südseitig gelegentlich zu gießen. “Maikäfer bevorzugen zur Eiablage kurzes Gras und warme, trockene Stellen, damit kann man ihnen das etwas verleiden”, erläuterte der Fachmann.

Betroffen von dem massiven Aufkommen der braunen Brummer ist derzeit übrigens nicht nur Vorarlberg. Auch Teile der Schweiz und Süddeutschlands meldeten bereits eine drohende Plage.

Bludenz – Walgau jagt den Maikäfer

(APA)

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