Vikings gewinnen Schlammschlacht

Viking Marcus Nolan wird von den Devils gestoppt
Viking Marcus Nolan wird von den Devils gestoppt ©vienna.at/sportsshooter.at
Die Raiffeisen Vikings sind am Sonntag mit einem 27:0-Sieg gegen die Cineplexx Blue Devils in die neue AFL-Saison gestartet. Bilder  | Video 

Die Zeit der Worte ist vorbei. Die Stunden der Wahrheit auf dem Footballfeld haben begonnen. Die Meisterschaftssaison 2009 hat auch für die Raiffeisen Vikings begonnen. Zu Gast im ersten Heimspiel waren die Cineplexx Blue Devils aus Hohenems. Die Vorarlberger reisten mit nur 23 Feldspielern an und waren gegen die Wiener Wikinger chancenlos.

Schwierigste äußere Bedingungen
Schlamm wird in der Regel eine heilende Wirkung nachgesagt. Die Footballspieler der Vikings und der Blue Devils durften dank des stark aufgeweichten Rasens intensiven Kontakt mit dem Morast aufnehmen. Vom Rasen war spätestens ab Mitte des ersten Viertels nur noch herzlich wenig zu sehen. Bei gefühlten Temperaturen von knapp über dem Gefrierpunkt wurde auch den Zuschauern auf der Hohen Warte viel abverlangt.

Defensive ist Trumpf zu Beginn
In den ersten Drives des Spiels waren noch die Defensiveinheiten Trumpf. Auch durch zum Teil unnötige Strafen kamen beide Angriffsformationen kaum zur Geltung. Aufgrund der äußeren Bedingungen wurde Passangriff fast unmöglich. Beide Teams setzten daher gezwungener Maßen auf ihren Laufangriff.

Vikings übernehmen das Kommando
Zu Beginn des Spiels stotterte der Vikings-Motor. Erst ab Mitte des ersten Viertels übernahmen die Vikings das Kommando. Die Wikinger zeigten kraftvolles Spiel und dominierten den Gegner. Im Angriff blockte die Offensive Line die Lücken für Runningback Marcus Nolan frei. Bei seinem Debüt für die Vikings konnte er einen Clinton Graham mehr als nur vergessen machen. In der Verteidigung waren die Wikinger für den Gegner in vielen Situationen zu schnell. So waren die Punkte für die Vikings nur eine Frage der Zeit.

Laufspiel bringt Punkte
Hatten viele Experten noch Zweifel an der Qualität des Laufspiels der Vikings, wurden sie im Spiel gegen die Blue Devils eines Besseren belehrt. Alle vier Touchdowns wurden auf dem Boden erzielt. Josiah Cravalho (wurde nur im Angriff eingesetzt) lief zweimal mit dem Ball in die Endzone, Neo-Wikinger Marcus Nolan zeichnete für einen Touchdown verantwortlich und Michael Bauer war für den letzten Endzonenbesuch der Wikinger verantwortlich.

Einzig Jubilar Peter Kramberger (200. Spiel im Dress der Vikings) hatte einen negativen Moment als er nach dem ersten Touchdown den Extrapunkt (nach schwachem Snap) neben die Stangen setzte.

Sportliches Korsett der Vikings deutlich erkennbar
Nach dem Spiel war die Freude über den Sieg deutlich merkbar. Nicht zu Unrecht – auch wenn aufgrund der katastrophalen Wetterbedingungen viele Fragezeichen bleiben. Im Angriff haben die Vikings mit Marcus Nolan einen guten Griff getan. Mit seinen Powerläufen konnte er in 24 Laufversuchen beachtliche 223 Yards Raumgewinn erzielen (im Schnitt 9,1 Yards pro Laufversuch).

In der Verteidigung war die Handschrift von Headcoach Chris Calaycay wieder deutlich zu sehen. Äußerst schnell, präzise beim Tackling, körperlich intensiv und nahezu fehlerfrei aufspielend zog die Defense dem Gegner den Nerv. Das Sorgenkind der Saison 2008 ist auf dem Weg wieder zum Prunkstück zu werden.

Wo stehen die Vikings?
Wie gut die Vikings sind, wird wohl erst das nächste Spiel in Graz zeigen. Die Wikinger haben aber mit dem deutlichen Sieg über die beherzt kämpfenden (aber in allen Belangen klar unterlegenen) Cineplexx Blue Devils ein Ausrufezeichen gesetzt. Aufgrund der Bodenverhältnisse konnten die Vikings spielerisch nicht ihr volles Leistungspotential zeigen. Die Wiener zeigten aber Teamgeist und das in der letzten Saison vermisste Feuer: In dieser Mannschaft sind bedingungsloser Einsatz, Kameradschaft und Teamgeist keine Fremdwörter mehr. Die Zeiten der erdrückenden Dominanz der Vikings sind vorbei, aber die Rückkehr der genannten Elemente ist genauso wichtig wie so mancher Sieg.

Joe Roman (Headcoach Blue Devils): “Es war ermutigend, zu sehen, wie unsere jungen Spieler bis zum letzten Down alles gegeben haben. Manchmal haben wir nicht smart genug gespielt. Aber trotz der Niederlage bin ich stolz auf mein Team.”

Chris Calaycay (Headcoach Vikings): “Es war unser erstes Spiel, wir wussten nicht, wo wir stehen. Das Match war unser erster Schritt, wir werden den nächsten in Graz (bei den Giants, Anm.) machen. Ich bin froh, dass trotz der widrigen Bedingungen alle gesund geblieben sind. Ich komme aus Oregon, da hatten wir viele Spiele bei solch schwierigen Bodenverhältnissen. Dabei gilt es, den Ball zu halten und auf Laufspiele zu setzen. Das hat das Team heute gut umgesetzt.”

Marcus Nolan (Runningback Vikings): “Ich möchte mich bei der Offense Line bedanken, die heute wirklich alles gegeben hat. Wir trainieren hart, um auch bei solchen Wetterverhältnisse guten Football spielen zu können.”

Vince Lelard (Offensive Coordinator Vikings): “Es war heute sehr schwierig, guten, aufregenden Offensiv-Football zu zeigen. Wir mussten eher einfach spielen. Für die Zuschauer war das vielleicht nicht so spektakulär, aber wir werden in den nächsten Wochen eine ausgewogenere Offensive sehen, mehr auf Passspiel setzen – wenn der Frühling nach Österreich kommt.”

Philipp Jobstmann (Quarterback Vikings): “Ich war aufgeregt, weil es mein erster Start als Quarterback am Beginn einer Saison war. Die Leistung der Offense-Line war sehr gut – die Jungs haben sich wirklich den Hintern wundgeblockt und sie haben das Spiel für uns gewonnen.”

Raiffeisen Vikings – Cineplaxx Blue Devils 27:0 (12:0)
Wien, Hohe Warte, 2.500, SR Savicevic
Touchdowns: Cravalho (2), Nolan, M. Bauer

Schon am Samstag hatte Titelverteidiger Graz Giants bei den Raiders Tirol 29:22 sowie die Danube Dragons bei den Carinthian Black Lions 51:28 gewonnen.

Thomas Muck/Martin Ucik
In Kooperation mit
sportreport.at

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