Raiders Tirol sicherten sich die Eurobowl

Vor 5.600 Fans siegten die Tiroler mit 28:24 gegen die Raiffeisen Vikings und feierten erstmals den Gewinn der Eurobowl. Bilder aus Innsbruck 

Vor heimischer Rekordkulisse im Innsbrucker Tivoli-Stadion hatten sich die Tiroler den Beginn sicherlich anders vorgestellt: Nach nur 34 Sekunden Spielzeit lagen die Wiener Wikinger bereits mit 7:0 vorn. US-Allrounder Mike Salerno überraschte als Aushilfs-Quarterback und warf einen langen Pass in die Hände von Daniel Kovacs, der den Vikings-Blitzstart mit einem Touchdown perfekt machte.

Raiders-Quarterback Marko Glavic hatte wenig später mit einem 48-Yards-Zuspiel auf Jakob Dieplinger allerdings die richtige Antwort parat. Die Tiroler setzten sich vor der Endzone fest und Glavic brachte den Touchdown-Pass auf Florian Grein an. Der folgende Kick ging jedoch daneben, die Vikings blieben mit 7:6 voran.

Die Wiener zogen offensiv alle Register. Philipp Jobstmann und Mike Salerno wechselten sich auf der Spielmacher-Position ab und überlisteten mit variantenreichem Spiel ein ums andere Mal die Tiroler Defense. Der sichtlich nicht ganz fitte Runningback Clinton Graham konnte noch im ersten Viertel die Wikinger-Führung auf 14:6 ausbauen.

Gleich zu Beginn des zweiten Viertels gelangen Kicker Peter Kramberger mit einem Fieldgoal weitere drei Punkte für den Titelverteidiger aus Wien, ehe die Raiders durch einen Touchdown von Pröller und eine gelungene Two-Point-Conversion durch Glavic den Rückstand auf 14:17 verkürzen konnten.

Nach einem Solo-Lauf von Stephone Robinson hechtete Graham aus kurzer Distanz in die Endzone und sorgte mit seinem zweiten Touchdown für den insgesamt leistungsgerechten 24:14-Pausenstand.

Die Kabinenpredigt von Raiders-Headcoach Geoff Buffum, der zum Trainer der Saison gewählt wurde, zeigte jedoch Wirkung: Die Raiders ließen den Wienern in der zweiten Halbzeit keinen Punkt mehr. Was aber nicht nur an der Rede des Tiroler Trainers gelegen haben dürfte. Die Schlüsselspieler der Vikings – wie Robinson, Cravalho oder Salerno – waren sowohl in der Offense als auch in der Defense zum Einsatz gekommen und verloren zusehends an Elan.

Raiders-Quarterback Glavic brachte sein Team bis auf drei Punkte heran. Wenig später fand er mit einem weiten Pass Receiver Ryan Voss, der erst kurz vor der Endzone gestoppt werden konnte. Den Drive vollendete schließlich Runningback Florian Grein, der zum wertvollsten Spieler gewählt wurde. Er setzte sich beim entscheidenden Touchdown zum 28:24 gleich gegen sechs Wikinger durch.

Im Finish spielte die Heimmannschaft den Sieg trocken nach Hause. Die Swarco Raiders feiern mit dem Gewinn der Eurobowl den größten Erfolg in der Vereinsgeschichte, die als Titelverteidiger angereisten Raiffeisen Vikings beenden die Saison ohne Titelgewinn.


Reaktionen
Florian Grein
(Runningback Raiders, MVP): “Die Vikings waren super eingestellt, wir haben uns schwer getan. Aber sie haben die Importspieler in der Offense und Defense durchspielen lassen, dadurch sind sie müde geworden.”

Geoff Buffum (Headcoach Raiders): “Das war ein hochklassiges Spiel beider Mannschaften. Wir wussten, wenn wir (nach dem Rückstand, Anm.) weiterkämpfen, dann haben wir eine Chance. Das Shutout der Defense in der zweiten Hälfte war entscheidend – letztlich gewinnt die Defense Meisterschaften.”

Daniel Dieplinger (Manager Raiders): “Wir sind am Olymp des europäischen Footballs. Damit haben wir Tiroler Sportgeschichte geschrieben.”

Chris Calaycay (Headcoach Vikings): “Die Jungs haben alles gegeben – wir hätten auch gewinnen können. Gratulation an die Raiders. Sie haben viele Big Plays mit dem dritten und vierten Down gemacht, das war gutes Play Calling von Buffum.”


Eurobowl XXII
Swarco Raiders Tirol – Raiffeisen Vikings Vienna 28:24
(14:24)
Innsbruck, Tivoli-Stadion, 5.600
Touchdowns: Grein (2), Glavic, Pröller; Kovacs, Graham (2)
Two-Point-Conversion: Glavic
Fieldgoal: Kramberger

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