Lokal-Besetzung in Wien-Alsergrund: Studenten besetzen linkes Studibeisl Cafe Rosa

Das Café Rosa wurde am Montag von linken Studenten besetzt
Das Café Rosa wurde am Montag von linken Studenten besetzt ©VIENNA.AT/Paul Frühauf
Am Montagnachmittag besetzten linke Studenten das Beisl Café Rosa auf der Währinger Straße in Alsergrund. Sie gaben an, das geförderte Lokal ohne fixe Preise und ohne "Lohnabhängige" etablieren zu wollen. Einer unserer User war vor Ort.
Das besetzte Café Rosa
Eröffnung des Café Rosa

Weil sie ein autonomes, selbstverwaltetes Cafe durchsetzen wollten, haben am frühen Montagnachmittag linke Studenten das von der linken HochschülerInnenschaft (ÖH) der Uni Wien mit fast 450.000 Euro geförderte Studibeisl Café Rosa besetzt.

Lokal sollte extern betrieben werden – Studenten dagegen

Wegen wirtschaftlicher Probleme hatte die ÖH Uni Wien sich im März entschlossen, nach einem externen Betreiber zu suchen und selbst nur noch inhaltliche Projekte in dem Lokal durchzuführen. “Das Cafe Rosa ist besetzt, und ist nun ein selbstverwalteter, autonomer Raum”, heißt es nun auf der Homepage des Café Rosa. Die ÖH Uni Wien bestätigte die Besetzung, wollte sich dazu aber vorerst nicht weiter äußern.

Die Besetzer, dem Vernehmen nach etwa ein Dutzend Personen, haben unterdessen auf der Homepage und über den ebenfalls gekaperten Twitter-Account des Cafe Rosa weitere Studenten aufgefordert, sich ihnen anzuschließen. “Kommt Alle und macht mit! Es wird bereits gekocht und das Buffet in Kürze eröffnet. Es gibt viel zu besprechen!” heißt es auf der Homepage des Beisls.

Ursprüngliche Idee des Café Rosa soll bestehen bleiben

Ziel der Besetzer ist es laut dem Schreiben auf der Startseite, “die ursprüngliche Idee” des Cafe Rosa “aufzugreifen und zu erweitern”: Es soll darin nach Vorstellung der Besetzer keine fixen Preise geben und jeder selbst entscheiden, was er “beitragen kann und will”. Wie bisher soll es auch keinen Konsumzwang geben.

Abgelehnt werden Merkmale “eines ordinär geführten Lokales”, wie es sie unter der Verwaltung des von der ÖH Uni Wien eingesetzten Vereines gab, etwa eine Geschäftsführung und “Lohnabhängige”. Außerdem soll der Raum nicht nur für Studierende da sein und die Veranstaltungen sich nicht auf das Uni-Leben beschränken.

Live aus dem Café Rosa

Wie ein User VIENNA.AT berichtete, sei das Aggressionslevel bei den Besetzern, die er als “besoffene Punks” bezeichnete, relativ hoch – als er sich aus Interesse vor Ort umschauen wollte, wurde er verscheucht. Jemanden, der offiziell Auskunft geben könne, was da los sei, gebe es auch nicht, so die Studenten. Lediglich, dass sie planten, das Café Rosa antikommerziell weiterzuführen, ließen sie den Neugierigen wissen.

Gegen freiwillige Spenden wollten sie dort scheinbar auch weiterhin Speis und Trank anbieten – und schälten für eine “Volxküche”-Ausspeisung, die um 18:00 Uhr im Café Rosa stattfinden soll, bereits fleißig Kartoffeln.

GRAS, VSStÖ und KSV-LiLi sind Begründer

Das von einer Exekutive aus Grünen und Alternativen StudentInnen (GRAS), Verband Sozialistischer Student_innen (VSStÖ) und dem Kommunistischen StudentInnenverband – Linke Liste (KSV-LiLi) entwickelte Cafe Rosa ist seit seiner Eröffnung im Mai 2011 umstritten.

Der Vorsitzenden der Bundes-ÖH, Janine Wulz (GRAS), hatte ihre Mitarbeit an der Planung des Cafes einen (gescheiterten) Abwahlantrag der VP-nahen AktionsGemeinschaft (AG) eingebracht, vom Ring Freiheitlicher Studenten (RFS) gab es sogar eine Anzeige wegen des Verdachts der Untreue und satzungswidriger Verwendung von ÖH-Mitteln. Auch die Kontrollkommission im Wissenschaftsministerium ist seit längerem aktiv und prüft, ob durch die Gründung eines Betreibervereins die nötige Genehmigung fpr das Café Rosa durch das Ministerium umgangen werden sollte.

(apa/red)

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