Libyscher Parlamentspräsident entging Attentat

Der libysche Parlamentspräsident, Mohammed al-Magarief, hat am Dienstagabend ein Attentat unverletzt überlebt. Das berichtete Innenminister Ashur Shuwail am Mittwoch vor der Presse in der Hauptstadt Tripolis. Al-Magariefs Wagen war in Tripolis nach einer Parlamentssitzung unter Beschuss geraten. Während der Sitzung hatten Demonstranten das Ersatzgebäude gestürmt, in dem die Abgeordneten tagten.


Das eigentliche Sitzungsgebäude – das Kongresszentrum eines Luxushotels – ist derzeit noch nicht nutzbar, weil es von anderen Demonstranten beschädigt worden war. Der Innenminister sagte, das Ersatzgebäude sei für die Sitzungen der Parlamentarier nicht geeignet. Es habe nicht einmal einen Notausgang. Dies habe es den Protestierenden leicht gemacht, die Parlamentarier für mehrere Stunden in dem Gebäude festzusetzen. Er sagte, es gebe Videoaufnahmen von den Attentätern. Er hoffe deshalb, dass sie bald gefasst werden könnten.

Die Demonstranten, die am Dienstagabend den Sitzungssaal stürmten, wollten die Parlamentarier zwingen, ein Gesetz zu beschließen, dass es ehemaligen Funktionären aus der Ära des Langzeitmachthabers Muammar al-Gaddafi verbietet, sich politisch zu betätigen.

Wenige Stunden zuvor hatten rund 40 Kriegsversehrte eine einmonatige Protestaktion im Parlamentsgebäude beendet. Die Abgeordneten konnten das Gebäude jedoch zunächst nicht nutzen, da erst die von den Besetzern angerichteten Schäden behoben werden sollen.

Die Besetzer, die im Bürgerkrieg 2011 verwundet worden waren, waren am Dienstagmorgen abgezogen, nachdem sie die Unterstützung der Bevölkerung verloren hatten. Zu Beginn der Protestaktion Anfang Februar hatten viele Libyer mit den Männern sympathisiert. Als sie jedoch Angebote für eine Invalidenpension und kostenlosen Wohnraum ablehnten, den Sitzungssaal dauerhaft blockierten und schließlich auch noch das Feuer auf Angehörige der Sicherheitskräfte eröffneten, kippte die Stimmung.

  • VIENNA.AT
  • Libyscher Parlamentspräsident entging Attentat
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen