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Libyens Ex-Premier Ghanem in Neuer Donau gefunden

Rätsel um den Tod des ehemaligen libyschen Ministerpräsidenten und Ölministers Shukri Ghanem: Der 69-Jährige wurde am Sonntag in Wien tot aufgefunden. Während es aus Familienkreisen zunächst geheißen hatte, Ghanem sei in seiner Wohnung entdeckt worden, berichtete die Polizei am Sonntagabend in einer Aussendung, die Leiche von Ghanem sei gegen 08.40 Uhr in der Neuen Donau treibend gefunden worden.

Wie Pressesprecher Roman Hahslinger auf Anfrage der APA erklärte, seien bei dem Toten keine Spuren von Gewalt festgestellt worden. “Aber wenn ihn jemand hineingestoßen hat, gibt es auch keine Gewaltspuren”, konnte der Beamte eine Fremdeinwirkung nicht völlig ausschließen. “Möglicherweise ist ihm aber auch schlecht geworden, und er ist ins Wasser gefallen”. Die Familie hatte als wahrscheinliche Todesursache einen Herzinfarkt genannt. Ghanem war jahrelang ein Gefolgsmann des libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi gewesen, ehe er dem Regime Mitte Mai des vergangenen Jahres den Rücken gekehrt hatte.

Ministerpräsident und Ölminister unter Gaddafi

Ghanem war von März 2003 bis Mai 2006 unter Gaddafi Ministerpräsident und von März 2006 bis Mitte Mai 2011 Chef der staatlichen libyschen Öl-Gesellschaft, also Ölminister, gewesen. Im Mai 2011 wandte sich Ghanem aber vom später getöteten Gaddafi ab und ging nach Italien. Bei einer Pressekonferenz in Rom klagte er am 1. Juni des Vorjahres über die “unerträgliche Gewalt” des damaligen Regimes in Tripolis und über den Bürgerkrieg in seinem Land.

“Ich habe jahrelang in Libyen gearbeitet und gedacht, dass man intern Reformen durchsetzen konnte. Das war jedoch nicht möglich, vor allem jetzt, wo die Gewalt unerträglich geworden ist”, so Ghanem damals in seinem Presse-Statement.

Zuletzt sei Ghanem sehr besorgt über die Entwicklungen in seiner Heimat gewesen, berichtete Al-Bayati. Zudem habe er sich auch stark unter Druck gesetzt gefühlt, weil im Internet Anschuldigungen wegen mutmaßlicher Korruptionsfälle verbreitet worden seien. Seitens der Familie hieß es, dass der Leichnam Ghanems möglicherweise nach Libyen überstellt werde.

(APA)

 

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