Leitl für Verbleib Griechenlands in Eurozone

WKO-Präsident Christoph Leitl hat sich vor dem Wirtschaftsforum der Raiffeisenlandesbank (RLB) Oberösterreich bei einer Exkursion nach Berlin für einen Verbleib Griechenlands in der Eurozone ausgesprochen. Außerdem tritt er für Eurobonds mit differenzierten Zinsen für die einzelnen Länder ein.


Leitl stellte fest, es sei nicht angebracht, aus Emotionalität heraus zu verlangen: “Hinaus mit den Griechen”. Das sei keine Lösung. Für Europa werde es hohe Aufwendungen geben, egal, ob das Land in der Eurozone bleibe oder nicht. Der deutsche Wirtschaftsweise Wolfgang Franz hatte zuvor den Abschreibungsvolumen für Deutschland mit 70 Mrd. Euro beziffert. Leitl nannte als Vorteil von einem Verbleib Griechenlands, dass dann die weitere Entwicklung kontrolliert erfolgen könne. Es gebe in diesem Fall Spielregeln und auch eine Perspektive für das Land.

Während der deutsche Wirtschaftsweise Franz gegen Eurobonds ist, weil sie eine Art von Finanzausgleich seien und dann die Anstrengungen in den Problemländern nachlassen würden, tritt Leitl dafür ein. Allerdings sollten sie differenzierte Zinsen für die einzelnen Länder haben. Eurobonds wären ein Schutzmantel gegen Spekulanten. Weiters seien sie ein gutes Geschäft, weil damit viel Geld für Zinsen gespart werden könnte, sowie ein Steuerungsinstrument nach innen, nannte der WKO-Präsident als Vorteile.

RLB-Generaldirektor Schaller stellte fest, wie sich die Entwicklung in Griechenland auf die in Summe positive Konjunktur auswirke, könne beim besten Willen nicht gesagt werden. Jedenfalls müsse alles unternommen werden, um auf alle Situationen gefasst zu sein. Banken, aber auch Unternehmen müssten müsste sich wappnen, damit die Liquidität nicht zum “engen Gut” werde. Man habe jedoch aus der letzten Krise gelernt. Das Problem sei beherrschbar. Die RLB sei gut aufgestellt und habe für langfristige Liquidität vorgesorgt.

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