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Leichte Entspannung am krisengeschüttelten Arbeitsmarkt

Arbeitsministerin Christine Aschbacher (ÖVP)
Arbeitsministerin Christine Aschbacher (ÖVP) ©APA
Die im Zuge der Coronavirus-Pandemie drastisch in die Höhe geschnellte Arbeitslosigkeit ist in der vergangenen Woche etwas zurückgegangen. Aktuell sind 442.089 Menschen beim AMS arbeitslos gemeldet. Das seien um 21.051 Personen weniger als vor einer Woche und um rund 146.000 weniger gegenüber dem Höchststand Mitte April, gab Arbeitsministerin Christine Aschbacher in einer Pressekonferenz bekannt.

394.527 Menschen befinden sich derzeit auf Arbeitssuche, 47.562 sind in Schulungen. "Wir sehen, dass sich der Arbeitsmarkt in allen Branchen etwas beruhigt", berichtete Aschbacher.

Die Kurzarbeit ging massiv, sie halbierte sich in den vergangenen sieben Tagen fast. Viele Firmen verlängerten nicht um weitere drei Monate bis September. Derzeit sind in Österreich noch 403.382 Personen in Kurzarbeit - das sind um rund 350.000 weniger als in der Vorwoche und um 950.000 weniger als am Höhepunkt der Coronakrise.

"Die Zahlen sind sehr rückläufig - viele Unternehmen gehen aus der Kurzarbeit heraus und haben wieder auf Normalbetrieb umgestellt", sagte Aschbacher. "Immer mehr Menschen gehen wieder zurück in die Normalbeschäftigung."

"Auch bei der Verlängerung der Kurzarbeit sehen wir, dass die Unternehmen sehr zurückhaltend sind", so die Ministerin. Beim AMS seien rund 30.000 Verlängerungsanträge eingegangen - in der Vorwoche waren es 23.400. Da Betriebe aber noch drei Wochen rückwirkend Anträge stellen können, könnten die Zahlen also noch leicht steigen.

Wie es nach dem Auslaufen der derzeit möglichen dreimonatigen Verlängerung der Kurzarbeit nach dem September weitergeht, ist noch unklar. "Derzeit finden sehr intensive Gespräche statt, wie eine Kurzarbeit im Herbst aussehen kann - dementsprechend arbeiten wir hier mit den Sozialpartnern auf Hochtouren", sagte die Politikerin.

Für die Kurzarbeit wurden bereits 3,3 Mrd. Euro ausbezahlt - rund 270.000 Abrechnungen sind bearbeitet. "Das entspricht einer Abrechnungsquote von 94 Prozent", so Aschbacher. Etwa 28.200 Unternehmer hätten bereits alle Monatsabrechnungen vollständig eingereicht und alle Teilzahlungen erhalten.

Fast die Hälfte der Arbeitslosen sind ältere Menschen bzw. Jugendliche - derzeit sind 123.148 Über-50-Jährige auf Jobsuche oder in Schulung gemeldet und 64.826 Unter-25-Jährige. "Wir sehen, gerade bei den Jugendlichen bedarf es besonderer Maßnahmen", betonte die Ministerin. Dabei verwies sie auch auf den Lehrlingsbonus, den die Regierung für ausbildungswillige Betriebe fortan bereitstellen will.

Alle Menschen, die heuer zwischen Mai und September mindestens 60 Tage arbeitssuchend gemeldet sind, bekommen im September als zusätzliche Unterstützung eine Einmalzahlung in Höhe von 450 Euro, vermerkte Aschbacher.

Die Coronakrise sei aber auch für die Familien "eine massive Herausforderung" gewesen. Für die Betroffenen wird diese Woche der Kinderbonus beschlossen: Pro Kind werden im September automatisch 360 Euro Unterstützung überwiesen. "Das sind 1,1 Millionen Familien oder 1,8 Millionen Kinder, die wir unterstützen können", so die Ministerin.

Den Arbeitsmarkt ankurbeln sollen aber vor allem Maßnahmen wie das 12 Mrd. Euro schwere Investitionspaket der Regierung sowie das Gemeindepaket im Volumen von 1 Mrd. Euro.

"Die Prognosen sagen, dass wir uns bei circa zehn Prozent nationale Arbeitslosenrate einpendeln werden, derzeit sind es 10,1 Prozent", erklärte Aschbacher.

(APA)

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