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Lehrerbewertungs-App "Lernsieg" erhielt Datenschutz-Negativpreis

Die öffentliche Bewertung von Lehrern ohne deren Zustimmung ist für die Jury der Big Brother Awards ein No-Go.
Die öffentliche Bewertung von Lehrern ohne deren Zustimmung ist für die Jury der Big Brother Awards ein No-Go. ©APA/GEORG HOCHMUTH
Am Sonntagabend wurden im Wiener Rabenhof die Big Brother Awards verliehen. In der Kategorie "Kommunikation und Marketing" wurde die umstrittene "Lernsieg"-App mit dem Negativpreis ausgezeichnet.

Die auch sonst heftig umstrittene Lehrerbewertungs-App "Lernsieg" ist am Sonntagabend im Wiener Rabenhof mit dem Negativ-Datenschutzpreis Big Brother Award in der Kategorie "Kommunikation und Marketing" ausgezeichnet worden - exemplarisch für alle diese Bewertungsplattformen, wie es hieß. Es gehe wohl nicht, dass ohne explizite Zustimmung der Betroffenen eine öffentliche Bewertung der einzelnen Lehrer stattfinde, hieß es in der Begründung.

Wien: Big Brother Awards wurden in fünf Kategorien verliehen

Die Awards wurden in fünf Kategorien verliehen. In der Kategorie "Behörden und Verwaltung" wurde die Corona-Förderung über die Wirtschaftskammer statt über das Finanzamt "ausgezeichnet". Begründung: Bei der Beantragung müssen Daten an die Interessenvertretung gemeldet werden, die nur für das Finanzamt bestimmt sind, wie Erträge/Betriebseinnahmen im Betrachtungszeitraum ohne Umsatzsteuer und positives Einkommen aus Nebeneinkünften. "Jedoch, wenn der Staat mit der COFAG (COVID-19 Finanzierungsagentur des Bundes GmbH) eine eigene Agentur zur Abwicklung hat, ist es nicht einzusehen, dass Steuerdaten bei der Kammer der Interessenvertretung einzureichen sind", hieß es bei der Jury, die fragte: "Wie wäre es, wenn die Abwicklung und Auszahlung der Studienbeihilfen von der Hochschülerschaft, das Arbeitslosengeld von der Arbeiterkammer und die Überstundenzahlungen vom ÖGB durchgeführt würden?"

Auch die heimische Polizei bekam ihren Datenschutz-Negativpreis - in der Kategorie "Politik" für die "Gesichtserkennung mittels 'Künstlicher Intelligenz'". "Alleine das österreichische Innenministerium verfügt in seinen 13 Datenbanken, etwa dem Identitätsdokumentenregister, in dem Passfotos gespeichert werden, dem Fremden- oder dem Waffenregister über knapp zehn Millionen Gesichtsbilder", so die Jury. "Während immer mehr US Metropolen den Einsatz von Gesichtserkennungstechnologien durch Behörden verbieten, ist Anfang August nun das Gesichtserkennungssystem des Innenministeriums nach einem mehrmonatigen Testlauf in den Regelbetrieb übergegangen."

Auch Debitkarte und Missbrauch von Zwischenablage in der Kritik

Die Kategorie "Business und Finanzen" zeichnet die Debit- statt Bankomatkarte aus, samt Datenabfluss in die USA. "Kaum einer vermutet dahinter eine normale Kreditkartenzahlung über eine amerikanische Zahlungsplattform, die nur sofort vom Konto abgebucht wird", hieß es bei der Jury zur Debitkarte.

In der Kategorie "Weltweiter Datenhunger" bekamen Apps den Negativ-Award, die sich die für Copy&Paste-Funktionen gedachte Zwischenablage zunutze machen und von Zeit zu Zeit schauen, was denn so dorthin kopiert wurde. Die Jury nannte diesen Missbrauch des Vertrauens durch manche App-Entwickler empörend.

(APA/Red)

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