Lehrer wollte Schülerin zu Porno-Fotos anstiften: Haftstrafe

Salzburg - Als "dummen Scherz" hat heute, Montag, am Landesgericht Salzburg ein angeklagter AHS-Lehrer sein sonderbares Geschenk für eine 14-jährige Schülerin bezeichnet.
Der 28-jährige Pädagoge hatte dem Mädchen ein Sackerl mit einer Wegwerfkamera, Obst und Gemüse zukommen lassen. Auf einem Zettel stand, sie möge das nicht essen, sondern beim Benutzen Fotos machen. Die Richterin hielt diese Aktion, die bei der Schülerin einen Schock auslöste, keinesfalls als Scherz und verurteilte den Junglehrer wegen “versuchter pornografischer Darstellung von Minderjährigen als Beteiligter” zu einer Freiheitsstrafe von drei Monaten auf Bewährung.

Zugetragen hat sich der Vorfall im November 2009. Die beiden chatteten vorher über Belangloses auf Facebook im Internet, dann kündigte er an, “du kriegst bald eine Banane von mir”. Tatsächlich bekam die Schülerin einer Salzburger Schule dann nicht nur eine Banane, sondern auch eine Karotte und Zucchini samt Kamera mit der schriftlichen Aufforderung: “Ich will, dass du beim Benutzen Fotos machst. Benutzen ist nicht essen.” Er habe sie keinesfalls zu sexuellen Handlungen verleiten wollen, es sei nur ein zweideutiger, dummer Scherz gewesen, rechtfertigte sich heute der Gymnasiallehrer.

Richterin Lisa Bauer sprach ihn allerdings vom zweiten Anklagepunkt frei, der auf “versuchten Missbrauch eines Autoritätsverhältnisses” lautete. Denn der 28-Jährige sei zwar an der selben Schule wie das Mädchen gewesen, habe sie aber nicht persönlich unterrichtet. Wie Gerichtssprecherin Elisabeth Schmidbauer mitteilte, bat der Angeklagte um Bedenkzeit, die Staatsanwaltschaft gab keine Erklärung ab. Das Urteil ist deshalb nicht rechtskräftig. Der Spanisch- und Englischlehrer hat mittlerweile von sich aus gekündigt und verdient nun seinen Lebensunterhalt mit Gelegenheitsjobs.

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